Jugendmedienschutz
Unveränderte Gefahrenlage: Cybergrooming im Fokus von RTL-Sendung
Cybergrooming stellt eine ernsthafte und weit verbreitete Bedrohung für Kinder und Jugendliche im digitalen Raum dar. Täter agieren gezielt, manipulativ und oft im Verborgenen. Die Landesanstalt für Medien NRW begrüßt daher ausdrücklich, dass RTL dieses sensible Thema in einer investigativen Live-Sendung aufgreift.
18.09.2025
Wie schnell Kinder ins Visier potenzieller Täter geraten, zeigt RTL in der Sendung „Angriff auf unsere Kinder – Der Feind im Chat“.
Die Landesanstalt für Medien NRW begleitet die Produktion mit fachlicher Expertise und bietet konkrete Unterstützung für Betroffene und deren Umfeld. Über fragzebra.de, WhatsApp und Instagram beantworten die Expert*innen Fragen der Zuschauer*innen in Echtzeit. Dabei stehen Aufklärung, Prävention und konkrete Hilfe im Mittelpunkt.
Hohe Betroffenheit: Cybergrooming erreicht weiterhin viele Kinder
Cybergrooming ist längst kein Randphänomen mehr. So gab fast ein Viertel der Minderjährigen (24 %) in der diesjährigen Cybergrooming-Befragung der Landesanstalt für Medien NRW an, bereits Cybergrooming erlebt zu haben, sei es in sozialen Netzwerken oder Online-Games. Besonders alarmierend: Schon bei den 8- bis 13-Jährigen sind 16 Prozent betroffen.
„Cybergrooming ist eine stille Gefahr. Sie trifft Kinder in ihren scheinbar privaten Räumen, über ihre Social-Media-Profile. Umso wichtiger ist es, dass wir Eltern dafür sensibilisieren, dass auch ihr Kind betroffen sein kann – im Übrigen ganz ohne selbst etwas dafür zu können. Kinder müssen die Botschaft bekommen, dass sie keine Schuld haben, wenn sie von Tätern kontaktiert werden und sich jederzeit an Erwachsene wenden können, um sich Hilfe zu holen. Öffentlich darüber zu sprechen, ist wichtig, denn das Thema ist bei Betroffenen oft mit Scham behaftet. Das macht Sendungen wie diese von RTL so wichtig und wir leisten unseren Beitrag dazu“,
sagt Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW.
Sendung zeigt erschreckende Realität und bestätigt, wie wichtig frühe Aufklärung ist
Die Sendung beinhaltet ein investigatives Experiment, bei dem sich zwei volljährige Schauspielerinnen auf der Plattform Snapchat als 12-jährige Mädchen ausgegeben haben. Dabei entstanden innerhalb weniger Tage Dutzende Kontakte mit Erwachsenen, mit eindeutig sexuellem Interesse. In der Sendung werden gängige Täterstrategien analysiert und Einblicke in die Gefühlswelt betroffener Kinder gezeigt.
Inga Leschek, Chief Content Officer RTL Deutschland:
„Mit dieser Sendung machen wir eine unsichtbare, aber hochgefährliche Bedrohung sichtbar. Unsere Recherchen zeigen, wie perfide Täter auf Plattformen wie Snapchat vorgehen – und wie schnell Kinder ins Visier geraten können. Indem wir ihre Strategien offenlegen, wollen wir Eltern und Kinder sensibilisieren, Schutzmechanismen aufzeigen und konkrete Hilfe bieten. So wird aus investigativem Journalismus ein wichtiger Beitrag zum Schutz unserer Kinder.“
Digitaler Elternabend und Cybergrooming melden
Um Eltern für diese Gefahr zu sensibilisieren, macht die Landesanstalt für Medien NRW auch nach der Sendung weiter auf das Thema aufmerksam und lädt am 23. September von 19:00 bis 20:00 Uhr zum digitalen Elternabend „Cybergrooming auf Snapchat – So können wir unsere Kinder schützen!“ ein.
Die Anmeldung ist hier möglich
Wer selbst oder im eigenen persönlichen Umfeld Cybergrooming erlebt hat, kann dies unkompliziert bei der Landesanstalt für Medien NRW melden: www.medienanstalt-nrw.de/themen/cybergrooming. Unsere Jurist*innen prüfen die eingegangenen Meldungen und bringen die Fälle nach ihrer Sichtung zur Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft.
Quelle: Landesanstalt für Medien NRW vom 10.09.2025
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