Partizipation

Teilhabe von Kindern und Jugendlichen ermöglichen – auch in Krisenzeiten!

In einem Statement des Verbandes Christlicher Pfadfinder/-innen e.V. (VCP) fordert dieser, dass die gesellschaftliche und politische Teilhabe von Kindern und Jugendlichen auch während der Pandemie ermöglicht werden muss. Nun reagierte auch der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) auf die Forderungen und betont deren Bedeutung.

07.01.2022

Anna-Nicole Heinrich, stellvertretende Vorsitzende der aej, betont: „Aktivitäten in evangelischer  Jugendverbandsarbeit sind für Kinder und Jugendliche unverzichtbar. Nach dem achten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB VIII), gehört es zu den Rechten junger Menschen, sich im Rahmen von Jugendarbeit selbstbestimmt, partizipativ und freiwillig organisieren zu können. Es ist Aufgabe aller politischen Ebenen, dieses Recht im Zusammenspiel zwischen Staat und freien Träger(inne)n der Kinder- und Jugendarbeit respektive Jugendverbänden zu gewährleisten und jugendgemäß umzusetzen.“

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen müsse demnach auch in Krisenzeiten möglich bleiben. Es sei mindestens ebenso wichtig dies zu gewährleisten, wie den Schutz vor Ansteckungen bestmöglich umzusetzen, heißt es seitens der aej.

Damit unterstützt die aej auch die Forderung des Verbands Christlicher Pfadfinder/-innen e.V. (VCP), die gesellschaftliche und politische Teilhabe von Kindern und Jugendlichen auch in Krisenzeiten zu ermöglichen.

Statement des VCP

Von Beginn an haben Kinder und Jugendliche in Solidarität ihren Anteil zur Eindämmung der Pandemie beigetragen. Dies muss endlich gesellschaftlich Beachtung finden: Der Schutz ihrer Rechte und Bedürfnisse muss in den Fokus der Debatten und staatlichen Maßnahmen gerückt werden; heißt es seitens des VCP.

Die Corona-Pandemie bestimme seit fast zwei Jahren den Alltag von Kindern und Jugendlichen. In dieser Zeit seien jedoch nur Ausschnitte der Lebenswirklichkeit junger Menschen – Schule und Familie – im Vordergrund gestanden. Kinder seien jedoch mehr als Schüler(inne)n. Für ihre psychosoziale Entwicklung und zur Abmilderung der psychischen, physischen und sozialen Folgen sei es notwendig, dass Kinder und Jugendliche am gesellschaftlichen Leben vollumfänglich teilhaben können.

Neben Abstands- und Hygieneregelungen sowie regelmäßigem Testen sollten aufgrunddessen insbesondere auch die bestehenden Impfangebote für junge Menschen und Erwachsene die Grundlage für Präsenzangebote der außerschulischen Teilhabe schaffen. Nur so könnten Treffen mit Gleichaltrigen, Angebote der Kultur und des Sports und die verbandliche wie auch freie Kinder- und Jugendarbeit vor Ort dauerhaft ermöglicht werden.

Besonders im Fokus stehen solle laut dem VCP zudem, eine Ausnahme von Kindern und Jugendlichen von den geltenden 2G-Vorgaben. Stattdessen müsse bei ihnen das 3G-Prinzip Anwendung finden, um die Lebensrealitäten und -erfahrungen junger Menschen nicht weiter einzudämmen. Denn oft könnten diese nicht selbst entscheiden, ob sie sich impfen lassen und es gäbe für sie mitunter auch noch kein Impfangebot. Auch kostenlose und verbreitete Corona-Testangebote für junge Menschen und ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen der Jugendverbands- und freien Jugendarbeit sollten demnach Bestand haben. Nur durch ein solches Vorgehen könne die soziale Teilhabe junger Menschen gesichert werden.

Denn „außerschulische Freizeitangebote wie das Pfadfinden können nur so weiterhin ihren unersetzlichen Beitrag zur Entwicklung junger Menschen und zur Festigung unserer zivilgesellschaftlichen Strukturen leisten“ so Johannes Bleck, Generalsekretär des Verbands Christlicher Pfadfinder/-innen (VCP) e.V..

Die Festigung ebendieser Strukturen sei demnach auch ein wichtiger Eckpfeiler der Gemeinschaft. Insbesondere in Krisenzeiten sei es wichtig, keinen Platz für Hass und Hetze zu schaffen. Dagegen sollten Toleranz und Akzeptanz die Spaltung der Gesellschaft überbrücken.

Hierfür setzten sich laut dem VCP auch Pfadfinder/-innen, auf Grundlage ihrer Werte und Ideale, ein und leisten so ihren Beitrag, die Welt ein bisschen besser zu hinterlassen als sie von ihnen vorgefunden wurde.

Hintergrund

Die aej vertritt als Dachorganisation die Interessen der Evangelischen Jugend in Deutschland auf Bundesebene. 33 Mitgliedsorganisationen und acht außerordentliche Mitglieder arbeiten hier zusammen. Unter dem Leitbild Orientierung an Christus – Vielfalt als Chance – Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen prägt Evangelische Jugend den persönlichen Glauben an Gott, verwirklicht Gerechtigkeit zwischen Menschen, Geschlechtern und Generationen und zeigt Wege in eine Welt voller Vielfalt auf. Evangelische Jugend schafft Räume für die Partizipation junger Menschen in Kirche, Politik und Gesellschaft und beteiligt sich an allen Entscheidungen, die junge Menschen betreffen.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. vom 20.12.2021

Redaktion: Laura Burger

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