Rheinland-Pfalz

Mehr Aufklärung für junge Menschen über gesundheitliche Behandlungen

Das Familienministerium Rheinland-Pfalz startet die Kampagne „Psychotherapie? Psychopharmaka? – Deine Fragen und Rechte!“, um Kinder und Jugendliche über ihre Rechte bei psychischen Behandlungen aufzuklären. Ziel ist es, durch verständliche FAQs und Plakate in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie Jugendämtern mehr Transparenz zu schaffen.

05.05.2026

„Wir alle kennen die Geschehnisse rund um den Kinderpsychiater Dr. Winterhoff und die dramatischen Folgen, die das für viele Kinder und Jugendliche hatte, die in Kinder- und Jugendheimen oder in Pflegefamilien aufwuchsen. Dies ist ein erschreckendes Beispiel dafür, wie Schutzrechte von Kindern durch erwachsene Menschen beschnitten und missbraucht wurden. Wir brauchen deshalb mehr Information und Aufklärung für Fachkräfte, Eltern, Vormünder und junge Menschen darüber, warum Medikamente in Phasen psychischer Erkrankungen gegeben werden können und welche Auswirkungen das haben kann. Deshalb haben wir wichtige Informationen in Form von FAQs erarbeitet und sie so beantwortet, dass Kinder und Jugendliche sie auch verstehen können. Das ist eine wichtige Stärkung von Kinderrechten“, 

so Ministerin Binz. 

Das Familienministerium hat hierzu die Kampagne „Psychotherapie? Psychopharmaka? – Deine Fragen und Rechte!“ erarbeitet. Es werden Plakate an alle teilstationären und stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in Rheinland-Pfalz sowie an die rheinland-pfälzischen Jugendämter verteilt. 

Mittels eines QR-Codes gelangt man auf der Homepage des Familienministeriums zu zentralen Fragen in den Bereichen Psychotherapie, Medikamente bei psychischen Erkrankungen, Krankenversicherung und Kosten sowie Datenschutz und Dokumentation, die in gut verständlicher Sprache beantwortet wurden: Wo bekomme ich Informationen über Therapiemöglichkeiten? Welche Mitsprache habe ich bei meiner Behandlung? Dürfen Pflegeeltern mir Medikamente geben? Darf meine Therapeutin das Jugendamt informieren? 

„Diese und weitere Fragen sind für die Aufklärung von Kindern und Jugendlichen, die eine Behandlung erhalten sollen, essentiell wichtig. Unterstützung haben wir bei der Erarbeitung der Fragen, bei der Formulierung der Antworten und auch bei der Gestaltung der Informationen von den Mitgliedern des Landesjugendhilferates Rheinland-Pfalz bekommen. Die Mitarbeit dieser jungen Menschen, die auf Landesebene die Interessen von Kindern aus den stationären Hilfen zur Erziehung vertreten, war sehr wichtig für uns. Nur sie können beurteilen, ob Informationen ausreichend beantwortet wurden, ob es weitere wichtige Fragen gibt und ob wir verständlich formuliert haben“, 

betonte Ministerin Binz anlässlich der Veröffentlichung der Kampagne. 

In einem weiteren Infoblock werden die rechtlichen Grundlagen dargestellt, die den Antworten zugrunde liegen. Dort finden sich unter anderem Rechtsgrundlagen zur Einwilligungsfähigkeit von Minderjährigen, zu Behandlungsverträgen, elterlichem Sorgerecht, Zwangsbehandlungen, Kostenübernahme und vielem mehr. 

Die Informationen wurden im Auftrag des Ministeriums für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz vom Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e. V. erarbeitet. Sie sind unter https://psych-hilfe-rechte.rlp.de abrufbar. 

Quelle: Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz vom 21.04.2026 

Redaktion: Lena Gabert