Kinderrechte

Sechs Monate Krieg in der Ukraine

Der Krieg in der Ukraine verletzt täglich die Rechte von Kindern. Die Hilfsorganisation SOS-Kinderdorf e.V. mahnt, den Krieg schnellstmöglich zu stoppen.

24.08.2022

Der Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 liegt nun ein halbes Jahr zurück. Seit Beginn des Krieges sind hunderttausende ukrainische Kinder nach Deutschland geflohen. Sie leiden seitdem nicht nur unter den Folgen des Krieges und dem Verlust ihrer Heimat, sondern erleben tagtäglich die ultimative Verletzung ihrer Rechte.

Krieg ist ultimative Verletzung der Kinderrechte

SOS-Kinderdorf e.V. ruft dazu auf, alles dafür zu tun, den Krieg zu beenden und gleichzeitig geflüchtete junge Menschen bestmöglich zu unterstützen und Integrationsperspektiven anzubieten. 

Prof. Dr. Sabina Schutter, Vorstandsvorsitzende der Kinderrechtsorganisation, erklärt: 

„Sechs Monate Krieg in der Ukraine – das ist ein halbes Jahr, in dem eine ganze Generation von Kindern jeden Tag umfassend in ihren Rechten verletzt wird: Sie erleben Traumatisierungen, sie verlieren verlässliche Beziehungen und auch ihre Lebensgrundlage. Sie erfahren, dass sie angesichts eines gewaltsamen Überfalls auf ihre Heimat keinerlei Rechte mehr haben. 

Mit der UN-Kinderrechtskonvention haben sich fast alle Staaten weltweit auf den Schutz, die Förderung und die Beteiligung von Kindern geeinigt; sie haben vereinbart, Kinder vor kriegerischen Konflikten zu bewahren und junge Menschen auf der Flucht besonders zu schützen. Doch der Krieg in der Ukraine zeigt auf bedrückende Art, dass das nicht der Realität entspricht. Es muss daher alles dafür getan werden, die Kämpfe schnellstmöglich zu stoppen!

Bis dahin sollte unser besonderes Augenmerk auf den geflüchteten Kindern und Jugendlichen liegen, die allein oder mit ihren Müttern aus der Ukraine zu uns kommen. Um ihre gesunde Entwicklung zu gewährleisten, brauchen sie unbedingt und von Anfang an psychosoziale Unterstützung und eine sichere Bleibeperspektive. Denn für die von Krieg und Konflikt traumatisierten Kinder sind vor allem das Erleben von Sicherheit und verlässliche zwischenmenschliche Beziehungen unabdingbar. Daher braucht es auch nach den Sommerferien die unkomplizierte Integration in Kitas und Schulen, gut zugängliche Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene sowie kindgerechte Lösungen für geflüchtete Familien. Bei der Betreuung und Unterbringung geflüchteter Kinder müssen das Kindeswohl und der Kinderschutz an erster Stelle stehen.“

Quelle: SOS-Kinderdorf e.V. vom 19.08.2022

Redaktion: Johanna Fock

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