Niedersachsen

Projektförderung „Inklusion durch Bildung und Teilhabe“

Man sieht zwei Jugendliche von Hals bis Füßen, die auf einer Mauer sitzen

Mit insgesamt 12 Mio. Euro fördert das Land Niedersachsen Projekte und engagierte Personen, die insbesondere benachteiligte Kinder und Jugendliche frühzeitig auf ihrem Bildungsweg begleiten und unterstützen. Das jetzt veröffentlichte Förderpaket greift auf Mittel des Europäischen Sozialfonds+ zurück, die im Rahmen der Förderrichtlinie „Inklusion durch Bildung und Teilhabe“ vergeben werden.

20.04.2022

Gefördert werden sollen Projekte sowie Qualifizierungsmaßnahmen und Netzwerke für Personen, die Kinder und Jugendliche langfristig auf ihrem Entwicklungsweg unterstützen und dabei auch Beiträge zu ihrer Bildung leisten. Dies sind insbesondere Erziehungsberechtigte, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte, aber z. B. auch Tätige und Projekte in Sportvereinen und Jugendeinrichtungen.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne:

„Bildung ist der Schlüssel zu einem zufriedenstellenden und erfolgreichen Leben sowie aktiver Teilhabe an demokratischen Prozessen – ob im privaten oder beruflichen Bereich. Gute Bildung darf nicht von sozialer und kultureller Herkunft abhängen. Erfolgreiche Bildungsbiografien setzen gleiche Bildungszugänge und Bildungschancen für alle voraus. Das Konzept der Inklusion im Sinne eines erweiterten Inklusionsbegriffs geht davon aus, dass die Chancen auf soziale, kulturelle und politische Teilhabe in der Gesellschaft gerecht verteilt sein sollen - und von den Mitgliedern der Gesellschaft auch aktiv genutzt werden. Mit dem Förderprogramm zur Inklusion durch Bildung und Teilhabe unterstützen wir viele junge Menschen auf diesem Weg.“

Inhaltliche Schwerpunkte des Programms sind

  • Aufbau nachhaltiger Netzwerk- und Kooperationsstrukturen zwischen verschiedenen Einrichtungen,
  • Aufbau von Erziehungs- und Bildungspartnerschaften,
  • Konzeption, Erprobung und Evaluierung von Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen,
  • Schwerpunktthemen können z.B. interkulturelle Erziehung, Elternarbeit, bürgerschaftliche Teilhabe, Demokratie und Menschenrechte sein.

Bereits in der vorhergehenden EU-Förderperiode wurden diese Ziele erfolgreich durch das ESF-Programm „Inklusion durch Enkulturation“ verfolgt (siehe Praxisbeispiele unten). Gefördert werden können Projekte von kommunalen Gebietskörperschaften sowie rechtsfähigen Trägern von Bildungseinrichtungen und den freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe.

Für eine Förderung noch in diesem Jahr können Anträge bis zum ersten Stichtag 31. Mai 2022 sowie zu einem weiteren im Herbst gestellt werden (das genaue Datum wird auf der Homepage der NBank bekannt gegeben). In den Folgejahren bis 2027 können Anträge bis zum 31.03. jeden Jahres eingereicht werden. Für die Beratung, Antragstellung und Programmabwicklung ist die NBank zuständig.

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden sich online auf der entsprechenden Seite der NBank.

Praxisbeispiele aus der vorangegangenen Förderperiode

Bereits in der vorhergehenden EU-Förderperiode wurden Projekte mit ähnlicher Zielsetzung durch das ESF-Programm „Inklusion durch Enkulturation“ gefördert. Hier drei Beispiele:

Projekt des Landkreises Osnabrück: QualiVIT – Vielfalt, Integration und Teilhabe ermöglichen

Das Projekt zielt darauf ab, die Bildungsteilhabe und Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen zu erhöhen. Dafür wurde ein bedarfsorientiertes Fortbildungsangebot für Lehrkräfte und weiteres pädagogisches Personal in Schulen, Eltern und Ehrenamtliche unter Nutzung und Ausweitung bestehender Vernetzungsstrukturen entwickelt, erprobt und evaluiert. Fortbildungen in Diversität, Sprache, Kommunikation mit Eltern und Selbstkompetenz sollen die Zielgruppen befähigen, mit kultureller, sozialer und sprachlicher Vielfalt umzugehen und die Kinder und Jugendlichen in ihren individuellen Fähigkeiten zu fördern und heterogene Ausgangs- und Problemlagen im pädagogischen Handeln zu berücksichtigen. Die fachliche Begleitung erfolgt über eine kreisweite Netzwerkgruppe relevanter (Bildungs-)Akteure.

Den übergeordneten inhaltlichen Schwerpunkt bildet das Thema Diversität/ Leben in einer heterogenen Gesellschaft. Davon ausgehend werden die Themen Kommunikation, Demokratiebildung und Achtsamkeit/Selbstkompetenz bearbeitet.

Projekt der Stadt Verden: Inklusiv VERbunden - Bildungsnetzwerk Verden

Im Mittelpunkt des Projektes stehen Familien mit Migrationsgeschichte oder sogenannte bildungsferne Familien. Der Schwerpunkt liegt dabei zum einen bei der Qualifizierung der Eltern als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Peerberaterinnen und Peerberatern als auch bei der Qualifizierung des pädagogischen Personals in den Bereichen des migrationssensiblen Kinderschutzes sowie der Barrierefreiheit in der Elternarbeit. Dadurch sollen Diversität und mehrfache Zugehörigkeit verstärkt als Ressource für gelingende Bildungsbiographien in der Verdener Bildungslandschaft anerkannt werden. Die bestehenden Bildungsnetzwerke in Wohnquartieren und Ortschaften werden professionell begleitet und zentral gebündelt, um die erreichten Ziele zu festigen und um deren Weiterentwicklung zu fördern. Wesentlich unterstützt wird der Prozess durch bedarfsorientierte Qualifizierungsangebote, die sich sowohl an die pädagogischen Fachkräfte als auch an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (Eltern, Bildungsnetzwerke, Vereine, Ehrenamt, ehrenamtliche Jugendliche) richten. Öffentliche Inklusionsveranstaltungen schärfen das Bewusstsein für inklusive Haltungen und bieten einen informellen Rahmen für aktive Mitwirkung und breite Teilhabe.

Projekt der Volkshochschule Lilienthal: Inklusive Gemeinden - Inklusion und Vielfalt in Kita u. Schule

Das Projekt umfasst ein interkommunales Inklusionsnetzwerk in den Gemeinden Lilienthal, Grasberg, Ritterhude und Worpswede. Folgende Ziele und Aktivitäten stehen hierbei im Mittelpunkt:

Die Entwicklung, Erprobung und Evaluation von neuen und die Weiterentwicklung von bewährten Fortbildungsmodulen für pädagogische Fachkräfte, Eltern und ehrenamtlich aktive Menschen im Bildungs-, Sozial- und Kulturbereich. Thematische Schwerpunkte bilden „Inklusive Haltung" für neue Einrichtungen und Fachkräfte sowie „Inklusive Kommunikation" für diejenigen, die sich bereits mit den Grundlagen der Inklusion befasst haben. Es werden Fortbildungsmodule und -reihen für Elternbeiräte und ehrenamtlich Aktive entwickelt und zwei Indexgruppen (Indices für Inklusion) und eine Prozessbegleitungsgruppe aufgebaut und begleitet. Darüber hinaus wird die Entwicklung von vier Modell-Kitas für Inklusion (neuer Name: Kitas auf dem Weg) begleitet und der Prozess und seine Ergebnisse in Form eines Leitfadens dokumentiert.

Quelle: Niedersächsisches Kultusministerium vom 08.04.2022

Redaktion: Silja Indolfo

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