eXtrem stark mit Games

Praxisnah weiterbilden: Gaming als Werkzeug für Medien- und Demokratiebildung

Was hat ein Strategiespiel mit demokratischen Entscheidungsprozessen zu tun? Mehr, als man vielleicht auf den ersten Blick annimmt. Wenn junge Menschen in Games Verantwortung übernehmen, mit anderen verhandeln oder moralische Dilemmata durchspielen, entsteht ein Raum, in dem Demokratie erfahrbar wird.

12.08.2025

Genau hier knüpft das geplante medienpädagogische Praxisformat „eXtrem stark mit Games“ an, welches unser Lokales Netzwerks Besser spielen! #gamingbielefeld unter Koordination des Bielefelder Jugendring und des HOT Schildesche im Herbst anlässlich der anstehenden Kommunalwahlen in NRW durchführen möchte. Über das Weiterbildungsformat sprachen wir mit Tanja Reineke, die im Bielefelder Jugendring als Referentin für Medienpädagogik und Medienbildung tätig ist.

Gaming als Bildungsinstrument

„Mit unserem Praxisformat, welches sich an pädagogische Fachkräfte der Kinder- und Jugendarbeit und an Kinder und Jugendliche selbst richtet, wollen wir zum einen zeigen, dass Spiele Zugänge zu gesellschaftlichen Themen eröffnen und zu kritischem Denken anregen können. Zum anderen unterstützt das Format Fachkräfte dabei, sich selbst mit dem Medium Games vertraut zu machen und dessen Potenziale für die Bildungsarbeit zu erkennen und zu nutzen“, 

sagt Tanja Reineke.

Für das Praxisformat, welches von der LAG Katholische Offene Kinder- und Jugendarbeit NRW e.V. finanziell gefördert wird, gibt es eine inhaltliche Kooperation mit mehreren Partner*innen – darunter die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW (FJMK) und die Stiftung Digitale Spielekultur . Es besteht aus mehreren Fortbildungsangeboten für die Zielgruppen. Tanja Reineke erläutert: 

„Pädagogische Fachkräfte können ihr Wissen um Games aufbauen oder erweitern und lernen pädagogisch empfehlenswerte Spiele zum Thema Demokratie und Extremismusprävention kennen. Zudem können sie selbst ausgewählte Spiele ausprobieren. Kinder und Jugendliche spielen die gleichen Spiele dann unter pädagogischer Begleitung.“

Zwei Spiele – ein Ziel: Demokratie erfahrbar machen

In den Spieleeinheiten werden zwei Spiele angeboten: KryptoKids, für Kinder zwischen 10 und 14 Jahren und das historische Strategiespiel Through the Darkest of Times für Jugendliche. Im Spiel Kryptokids, welches analoge und digitale Spielelemente miteinander kombiniert, setzen sich die Spielenden mit den Themen Wahlen, Demokratie und der Verbreitung von Falschnachrichten sowie extremistischen Botschaften im Netz auseinander. In Through the Darkest of Times schlüpfen die Spielenden in die Rolle von Widerstandskämpfer*innen, die sich gegen das nationalsozialistische Regime richten. 

„Da politische und gesellschaftliche Prozesse heute zunehmend auch digital stattfinden, zum Beispiel Wahlkampagnen in Sozialen Medien, aber auch demokratieverachtende Botschaften im Netz verbreitet werden, ist es entscheidend, dass Demokratiebildung genau dort ansetzt, wo sich junge Menschen aufhalten: Spiele können durch emotionales und interaktives Erleben dazu beitragen, dass Heranwachsende sich kritisch mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen und durch Entscheidungs- und Aushandlungssituationen die Konsequenzen ihres Handelns direkt erfahren“, 

schildert Tanja Reineke.

Mehr Informationen

  • Bei Interesse an der Teilnahme des Weiterbildungsformats können sich Interessierte direkt an den Bielefelder Jugendring wenden.
  • Das Projekt Good Gaming – Well Played Democracy der Amadeu Antonio Stiftung bietet u. a. Weiterbildungen für pädagogische Fachkräfte im Kontext Gaming an.
  • Wie Eltern und pädagogische Fachkräfte Kinder und Jugendlichen beim Spielen gut begleiten können, erläutert die Initiative Gutes Aufwachsen mit Medien wir auf ihrer Website.