Jugendverbandsarbeit

Mit einem Ruck für Kinder und Jugendliche im Landeshaushalt

„Wir wollen nicht am Preis drehen“ – Mit dieser Aussage wenden sich der Langesjugendring Baden-Württemberg und weitere Jugendverbände an die Kommunen sowie Landesregierung und fordern eine bessere Förderung, um die Angebote aufrecht erhalten und weitere Herausforderungen meistern zu können.

29.11.2022

In zwei Beschlüssen fordern die Jugendverbände zu Unterstützung auf – und dieses Jahr sei es dringender denn je: „Es drückt an vielen Ecken und Enden“, seufzt Alexander Strobel, Vorsitzender des Landesjugendrings. „Wir haben es aktuell nicht mit einer Krise zu tun, wir müssen leider von mehreren Krisen sprechen.“

Junges Ehrenamt stärken

Zum einen spüre die Jugendarbeit schmerzhaft die Nachwirkungen der Corona-Lockdowns. Weil weniger Angebote stattfinden konnten, konnten weniger Ehrenamtliche gewonnen werden, während die Aktiven den Jugendverbänden entwachsen. Das Ehrenamt sei aber Herz und Kern der Jugend­verbandsarbeit: „Selbstmachen und Selbstentscheiden-Können sind so ein großer Gewinn für junge Menschen und es ist eben eines der Hauptmerkmale der Jugendverbände und Jugendringe, das zu ermöglichen“, erklärt Strobel. „Wir brauchen dringend eine höhere Strukturförderung, damit Jugendverbände das Ehrenamt attraktiv gestalten, dafür motivieren und Freiwillige in ihrem Tun unterstützen können. Und natürlich brauchen wir generell eine bessere Anerkennungskultur vor allem in Ausbildung und Studium.“

Räume für Jugendarbeit fördern

Bei der Ehrenamtsgewinnung würden die Sorgen aber nicht aufhören, heißt es seitens der Jugendverbände. Denn selbstorganisierte Aktivitäten hätten auch Kosten: Raummiete, Unterkünfte, Verpflegung, Transport, Heizung. Steigende Energiekosten würden die Einrichtungen der Jugendarbeit schon jetzt vor existentielle Herausforderungen stellen. „Jugendverbände und -ringe dürfen nicht viele Rücklagen bilden und sie können auch unendlich am Preis für ihre Angebote drehen. Denn sonst erreichen sie gerade die Jugendlichen nicht mehr, die vor allem die Angebote der Jugendverbände brauchen“, so Strobel.

Der Landesjugendring sehe verschiedene Ansatzpunkte: eine Beibehaltung der höheren Tagespauschale bei Freizeiten und Seminaren, dynamische Fördertöpfe für steigende Energiekosten, Förderung zur energetischen Sanierung für Einrichtungen der Jugendarbeit bis hin zu wirkungsvollen finanziellen Entlastungen für junge Menschen mit wenig Einkommen; vor allem aber sei eine höhere strukturelle Förderung für die Jugendverbände notwendig – also für die laufenden Kosten. Die Weichen dafür müssten jetzt gestellt werden.

Strobels Appell:

„Wenn der Landesregierung der gesellschaftliche Zusammenhalt einerseits und die Förderung der Demokratie andererseits wichtig ist, dann gibt sie sich in den kommenden fünf Wochen noch einen Ruck und verdoppelt den Ansatz für die Jugendverbände, den Landesjugendring und die Akademie der Jugendarbeit in den kommenden beiden Jahren. Das sind Mehrausgaben von 1,4 Millionen Euro pro Jahr. Wir sind überzeugt, dass nirgendwo im Staatshaushaltsplan eine Zukunftsinvestition mit weniger Geld mehr Wirkung entfalten kann.“

Weitere Informationen

Die Beschlüsse „Warme Räume für Kinder und Jugendliche“ und „Sichere Finanzierung auch in turbulenten Zeiten“ stehen online zur Verfügung.

Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft von 32 Jugendverbänden auf Landesebene und von den Orts-, Stadt- und Kreisjugendringen. Er vertritt darüber hinaus die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg.

Quelle: Landesjugendring Baden-Württemberg vom 17.11.2022

Redaktion: Laura Burger

Back to Top