Panel auf dem 18. DJHT

„Kinder inhaftierter Eltern nicht mitbestrafen!“

Unter dem Motto „Demokratie durch Teilhabe verwirklichen!“ kamen beim 18. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) Kolleg*innen aus ganz Europa zusammen, um zu diskutieren, zu teilen und an Lösungen zu arbeiten. Das Team des Jugendhilfeportals hat ein paar Eindrücke gesammelt. In diesem Beitrag geht es um ein Panel des Paritätischen Gesamtverbandes zur Situation von Kindern inhaftierter Eltern.

21.05.2025

Im Rahmen des 18. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag veranstalteten der Paritätische Gesamtverband und das Netzwerk Kinder von Inhaftierten (KvI) ein Panel zum Thema der besonderen Lebenslage von Kindern inhaftierter Eltern. Ziel war es, auf die oft vergessene Lebensrealität von rund 100.000 betroffenen Kindern in Deutschland aufmerksam zu machen und konkrete Ansätze für deren Unterstützung zu diskutieren.

„Alltag mit einem inhaftierten Elternteil zu ermöglichen, ist eine Notwendigkeit – keine Option“, betonte Hanna Fröhlich von Freie Hilfe Berlin e.V. In der Diskussion wurde deutlich, wie wichtig der Erhalt familiärer Beziehungen im Strafvollzug ist – etwa durch kindgerechte Besuchsangebote, Videotelefonie oder Informationen für Kinder. Gleichzeitig bestehen große Unterschiede zwischen den Bundesländern, was den Zugang zu solchen Maßnahmen betrifft.

Patrick Börner vom sächsischen Justizministerium unterstrich die Verantwortung des Strafvollzugs, Resozialisierung ganzheitlich zu denken – dazu gehöre auch, elterliche Beziehungen während der Haft zu fördern. Kinderrechtskonforme Standards im Umgang mit Kindern von Inhaftierten seien noch längst nicht flächendeckend umgesetzt.

Die Panelteilnehmenden forderten mehr öffentliche Aufmerksamkeit, verbindliche familienorientierte Strukturen im Strafvollzug sowie altersgerechte Informationen für betroffene Kinder. Nur so lasse sich verhindern, dass sie durch die Inhaftierung ihrer Eltern doppelt bestraft werden.