SOS-Kinderdörfer weltweit
Kampf gegen gefährliche Kinderarbeit stagniert
54 Millionen Kinder verrichten gefährliche Arbeiten, die ihre körperliche und mentale Gesundheit schädigen und den Schulbesuch verhindern. Das UN-Nachhaltigkeitsziel Kinderarbeit bis 2025 zu beenden, wurde damit klar verfehlt. Kinderarbeit verfestigt Bildungsarmut: Knapp ein Drittel der arbeitenden Kinder von fünf bis 14 Jahren geht nicht zur Schule, in der Altersgruppe der 15- bis 17-Jährigen sind es 59 Prozent.
03.07.2026
„Die Folgen des Klimawandels und die zunehmenden weltweiten Konflikte steigern das Armutsrisiko vieler Familien und befeuern damit die Kinderarbeit. Wenn wir Kinderarbeit endgültig abschaffen wollen, muss die internationale Gemeinschaft mehr in den sozialen Schutz armutsgefährdeter Familien und in Kinderschutzsysteme investieren“, sagt Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer.
Kinder sind großen Sicherheits- und Gesundheitsrisiken ausgesetzt
Kinderarbeit ist größtenteils informell. Dabei können die sonst geltenden Arbeitsschutzmaßnahmen leicht umgangen werden. So gehen Kinder ohne Schutzausrüstung mit giftigen Chemikalien und schweren Maschinen um, viele arbeiten nachts. Gefährliche Kinderarbeit kann sich entwicklungshemmend und gesundheitsschädlich auswirken.
Branchen, in denen Kinder risikoreiche Arbeit leisten
- Weltweit arbeiten die meisten Kinder in der Landwirtschaft, etwa auf Kaffee-, und Baumwollplantagen in Subsahara-Afrika. Laut UN sind mit einem Anteil von 68 Prozent in keinem anderen Sektor so viele Kinder der jüngsten Altersgruppe (5-11 Jahre) tätig. Viele stammen aus einkommensschwachen Kleinbauernfamilien, die Kinder müssen von klein auf ihren Beitrag leisten. Nirgends sonst gibt es so viele in der Landwirtschaft arbeitende Kinder wie in Subsahara.
- Die Dienstleistungsbranche ist der zweitgrößte Kinderarbeit-Sektor. Müllsammeln oder Hausarbeit in Privathaushalten zählen dazu, aber auch kommerzielle sexuelle Ausbeutung.
- In der Industrie findet Kinderarbeit im Bauwesen und im Bergbau statt. Kinder tauchen in Sümpfen nach Gold oder schlagen Mineralien aus Gesteinen. In der Demokratischen Republik Kongo, eines der ärmsten Länder, schürfen zehntausende Kinder in informellen Minen nach Kobalt.
Quelle: SOS-Kinderdörfer weltweit vom 10.06.2026
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