Rückblick

Jahr der Jugend neigt sich dem Ende – Chancen und Aussichten für Jugendbeteiligung

Am 27. Januar wurde das Jahr 2022 offiziell als das Europäische Jahr der Jugend verkündet. Junge Menschen in Europa wurden dazu aufgerufen, ihre Forderungen für ein grünes, inklusives und digitales Europa zu gestalten. Die Europäische Kommission hat damit gezielt die Bedürfnisse junger Menschen in den Fokus ihrer Arbeit und der Öffentlichkeit gerückt. Zum Ende des Europäischen Jahr der Jugend zieht das Europäische Parlament in einer Resolution Bilanz.

05.12.2022

Da sich das Europäische Jahr der Jugend 2022 dem Ende zuneigt, ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen, das Erreichte zu reflektieren und zu überlegen, wie die Jugendpolitik weiterhin ganz oben auf der politischen Agenda der EU stehen kann. Dazu veröffentlichte das Europäische Parlament am 24.11.22 eine Resolution, die die Aktivitäten rund um das Europäische Jahr der Jugend 2022 bewertet. Zwei Aspekte stehen besonders im Vordergrund.

Verstärkung von Maßnahmen zur Förderung des Wohlergehens junger Menschen

Das Europäische Parlament (EP) stellr fest, dass die Bedürfnisse junger Menschen auch nach dem Jahr der Jugend weiterhin in den Fokus der Arbeit der Europäischen Kommission gestellt werden müssen. Jungen Menschen wurde und wird in Krisenzeiten viel abverlangt, in der Resolution heißt es, „dass junge Menschen unter zunehmenden Ängsten und psychischen Belastungen leiden, die unter anderem durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, die gestiegenen Lebenshaltungskosten und Energiearmut und den Klimanotstand verursacht werden“. Das EP betont, dass Maßnahmen zur Förderung des Wohlergehens weiterhin gefördert werden müssen.

Stärkung und Förderung von Jugendbeteiligung

Weiterhin muss die Beteiligung junger Menschen an EU-Entscheidungsprozessen strukturierter gestaltet werden. Die Europäische Kommission möchte junge Menschen in politische Entscheidungsprozesse einbeziehen, den Austausch zwischen jungen Menschen verschiedener Nationen sowie politisches und gesellschaftliches Engagement mit ihren Programmen zur Jugendarbeit fördern. Aber wie? Das Europäische Parlament fordert die Kommission in Punkt 9 der Resolution auf, einen „vollwertigen „EU-Jugendtest“ anzunehmen, um ein sinnvolles Engagement sowie die Beteiligung und den Einsatz junger Menschen bei der Vorbereitung sämtlicher politischer Maßnahmen der Union sicherzustellen“. Der EU-Jugendtest soll nicht nur eine bürokratische Checkliste werden, sondern junge Menschen ganzheitlich einbeziehen. Die Ergebnisse des EU-Jugendtests sollten in bereits bestehende Prozesse wie den EU-Jugenddialog einfließen und mit diesen verknüpft werden.

Aussichten – so geht es weiter

Im Anschluss an das Europäische Jahr der Jugend soll es im Kultur- und Bildungsausschuss des EU-Parlaments einen regelmäßigen strukturierten Dialog mit jungen Menschen geben, um eine demokratische Plattform für die offene und integrative Beteiligung junger Menschen am politischen Entscheidungsprozess auf EU-Ebene zu schaffen. 

Am 6. Dezember findet im Europäischen Parlament in Brüssel außerdem eine Abschlusskonferenz statt, die unter dem Motto „Claim the Future“ steht. Während der eintägigen Konferenz werden rund 700 Akteure, darunter zahlreiche junge Menschen, die Gelegenheit haben, sich zu treffen und an thematischen Sitzungen zu Bildung und psychischer Gesundheit teilzunehmen, mit Entscheidungsträgern zusammenzutreffen und über die Erfolge und das Vermächtnis des Jahres zu diskutieren. Ein Konzert tschechischer Kunstschulen wird den Tag abschließen. 

Quelle: Resolution 2022/2953(RSP) des Europäischen Parlaments vom 24.11.2022

Redaktion: Johanna Fock

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