DJI Impulse

Inklusion erfordert mehr Entscheidungsfreiheit

Junge Menschen mit Behinderungen haben in Deutschland oft eingeschränkte Berufswahlmöglichkeiten. Laut dem DJI-Impulse-Beitrag zum InBiT-Projekt der Uni Hildesheim und des DJI erschweren diskriminierende Zuordnungen und Parallelstrukturen wie WfbM eine inklusive Teilhabe und berücksichtigen individuelle Berufswünsche kaum.

09.09.2025

Die Möglichkeiten einer freien Berufswahl sind für junge Menschen mit Behinderungen in Deutschland oftmals stark begrenzt. Denn die Praxis der Verzahnung aus Testverfahren, Klassifizierung, Beratung und Vermittlung wirkt diskriminierend und junge Menschen können sich ihr kaum entziehen, zeigt das Verbundprojekt der Universität Hildesheim und des Deutschen Jugendinstituts (DJI) mit dem Titel „Inklusion in der beruflichen Bildung. Bildungsteilhabe in regionalen Übergangsstrukturen (InBiT)“

Die zentralen Forschungsergebnisse analysieren die DJI-Wissenschaftler*innen Philipp Reimann und Shih-cheng Lien in ihrem Beitrag in der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins DJI Impulse. Demnach erfolgen einseitige Zuordnungen zu Angeboten des Übergangssektors häufig ohne individuelle Berufswünsche zu berücksichtigen, was nicht mit einer bedarfsgerechten oder passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen gleichgesetzt werden könne. 

Im Jahr 2023 waren insgesamt etwa 310.000 Menschen mit Behinderung in sogenannten Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) beschäftigt, etwa 28.000 von ihnen im Rahmen ihrer beruflichen Bildung. „Diese Parallelstrukturen sind im Sinne einer gleichberechtigten Teilhabe nicht inklusiv, weil sie die Teilhabe- und beruflichen Entscheidungsmöglichkeiten junger Menschen begrenzen“, schreiben die beiden DJI-Wissenschaftler*innen. Gerade in der Übergangsphase von der Schule in den Beruf erfolgten sehr prägende Prozesse der beruflichen Orientierung, Bildung und Beratung, die den Grundstein für die weitere Berufslaufbahn eines jungen Menschen legen. Umso wichtiger sei es, diesen entscheidenden Lebensabschnitt inklusiv zu gestalten.

Weitere Informationen

Quelle: Deutsches Jugendinstituts (DJI) vom 29.08.2025

Redaktion: Paula Joseph