Weltstillwoche

In Indonesien wird das Stillen immer beliebter, aber Mütter brauchen mehr Unterstützung

Laut UNICEF und WHO betont Indonesien zur Weltstillwoche 2025 die Bedeutung nachhaltiger Unterstützungssysteme für stillende Mütter. Trotz steigender Stillraten fehlen oft umfassende Hilfen. Maßnahmen wie Stillberatung, Mutterschutz, Arbeitsplatzrichtlinien und Schutz vor Werbung sollen laut UNICEF/WHO das Stillen langfristig fördern.

08.08.2025

Anlässlich der Weltstillwoche 2025 in Indonesien betonen UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Bedeutung einer Stärkung der Unterstützungssysteme für stillende Mütter im ganzen Land.

Die Weltstillwoche wird vom 1. bis 7. August weltweit begangen. In Indonesien wird dieser wichtige Anlass den ganzen August über unter dem Motto „Stillen priorisieren: Nachhaltige Unterstützungssysteme schaffen” begangen.

UNICEF und die WHO loben das anhaltende Engagement der indonesischen Regierung für den Schutz, die Förderung und die Unterstützung des Stillens. Zwar ist die Rate des ausschließlichen Stillens bei Säuglingen unter sechs Monaten stetig gestiegen – von 52 % im Jahr 2017 auf 66,4 % im Jahr 2024 –, allerdings werden viele Säuglinge nicht während der gesamten sechs Monate ausschließlich gestillt, was erforderlich ist, um den vollen gesundheitlichen Nutzen zu erzielen.

Mit zuverlässiger und langfristiger Unterstützung können Mütter besser auf Hilfe zurückgreifen, wenn sie diese benötigen, egal wo sie sich befinden – am Arbeitsplatz, zu Hause oder in ihrer Gemeinde. Dazu gehören fachkundige Beratung durch geschulte Gesundheitsfachkräfte, Richtlinien am Arbeitsplatz und räumliche Vorkehrungen, die das Stillen ermöglichen, sowie kontinuierliche Unterstützung durch kommunale Netzwerke.

„Durch Investitionen in Unterstützungssysteme für stillende Mütter schaffen wir ein wichtiges Sicherheitsnetz, das sicherstellt, dass keine Mutter die Herausforderungen des Stillens alleine bewältigen muss. Wenn Frauen und ihre Babys beim Stillen erfolgreich unterstützt werden, löst dies eine Kette positiver Ergebnisse aus – nicht nur für die Entwicklung des Kindes, sondern auch für stärkere Familien, gesündere Gemeinden und letztlich eine bessere Zukunft für die Nation“, 

sagte Maniza Zaman, UNICEF-Vertreterin in Indonesien.

„Der stetige Anstieg des ausschließlichen Stillens in Indonesien ist eine bemerkenswerte Leistung, die das Engagement von Familien, Gemeinschaften sowie dem Gesundheitssystem widerspiegelt. Mit stärkeren Unterstützungssystemen kann jede Mutter in Indonesien über die notwendigen Ressourcen verfügen, um ihr Kind während der gesamten empfohlenen sechs Monate ausschließlich zu stillen und ihm so den gesündesten Start ins Leben zu ermöglichen“, 

sagte Dr. N. Paranietharan, WHO-Vertreter in Indonesien.

Stillen ist die erste Quelle für Schutz und Ernährung eines Babys. UNICEF und die WHO empfehlen, Säuglinge innerhalb einer Stunde nach der Geburt zu stillen und sie in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen, ohne ihnen andere Nahrungsmittel oder Flüssigkeiten zu geben.

Es gibt Belege dafür, dass Stillen die kognitive Entwicklung von Kindern um 3–4 IQ-Punkte fördert, das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit verringert und lebenslangen Schutz vor nicht übertragbaren Krankheiten bietet. Babys, die nicht gestillt werden, sterben bis zu 14-mal häufiger vor ihrem ersten Geburtstag als solche, die in den ersten sechs Monaten ausschließlich gestillt werden.

Im Gegensatz zur Herstellung von Säuglingsnahrung ist Stillen auch ökologisch nachhaltig, da es die CO2-Emissionen senkt und Verpackungsmüll reduziert.

UNICEF und WHO rufen alle Beteiligten – Regierungen, Arbeitgeber*innen, Gesundheitseinrichtungen, den privaten Sektor und Gemeinden – dazu auf, ihre Bemühungen zur Unterstützung stillender Mütter zu verstärken. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

  • Zugangserweiterung zu qualifizierter Stillberatung durch Gesundheitseinrichtungen, kommunale Dienste und Fernangebote wie die vom Gesundheitsministerium eingerichtete Telebegleitung.
  • Es muss sichergestellt werden, dass alle Entbindungseinrichtungen die „Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen” im Rahmen der Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus” umsetzen.
  • Durchsetzung des Internationalen Kodex für die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten (BMS), um Familien vor unethischer Werbung zu schützen.
  • Integration von Stillaufklärung in die Ausbildungslehrpläne im Gesundheitswesen.
  • Einführung familienfreundlicher Maßnahmen – einschließlich bezahlten Mutterschaftsurlaubs, Stillräumen und flexibler Arbeitsregelungen.

Quelle: World Health Organization (WHO) vom 01.08.2025 

Redaktion: Paula Joseph