Menschenrechte

Identitätsrechte wesentlich für psychische Gesundheit junger Menschen

Die Internationale Föderation der Sozialarbeiter (IFSW) hat in einem Bericht an den Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte die Bedeutung von Identitätsrechten für die psychische Gesundheit junger Menschen betont. Der Bericht zeigt, dass fehlende Geburtsurkunden, Staatsangehörigkeit oder familiäre Informationen zu Ausgrenzung, Ausbeutung und psychischen Belastungen führen können.

20.03.2026

Die Internationale Föderation der Sozialarbeiter (IFSW) hat als Teil der Arbeitsgruppe Identitätsrechte (IDRWG) einen Bericht an das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) gesendet, in dem die Auswirkungen psychischer Erkrankungen auf die Wahrnehmung der Menschenrechte junger Menschen untersucht werden.

Der Bericht unterstreicht die entscheidende Rolle, die rechtliche Identität, Staatsangehörigkeit und familiäre Beziehungen für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen spielen. Er verdeutlicht, dass das Fehlen einer Geburtsurkunde, einer Staatsangehörigkeit oder des Zugangs zu Informationen über die familiäre Herkunft zu Ausgrenzung von Bildung, Gesundheitsversorgung und gesellschaftlicher Teilhabe führen und gleichzeitig die Anfälligkeit für Ausbeutung, Armut und psychische Belastung erhöhen kann. Die Arbeitsgruppe betont, dass Identität nicht nur eine rechtliche Angelegenheit ist, sondern auch die Grundlage für Zugehörigkeit, Würde und psychosoziales Wohlbefinden bildet.

Gestützt auf internationale Forschungsergebnisse und praktische Erfahrungen fordert der Bericht die Regierungen auf, die Geburtenregistrierungssysteme zu stärken, Staatenlosigkeit zu verhindern und sicherzustellen, dass Kinder und Jugendliche ihre Identität erhalten und bewahren können. Er unterstreicht zudem die Bedeutung von familiären und gemeinschaftlichen Bindungen sowie von Sozial- und Kinderschutzsystemen für die Förderung der psychischen Gesundheit.

Pascal Rudin, Interims-Generalsekretär der IFSW und Mitglied der Arbeitsgruppe Identitätsrechte, erklärte: 

„Sozialarbeiter erleben täglich, wie der Mangel an rechtlicher Identität, Staatsangehörigkeit oder familiären Bindungen die psychische Gesundheit und das Zugehörigkeitsgefühl junger Menschen tiefgreifend beeinträchtigen kann. Sicherzustellen, dass jedes Kind eine anerkannte Identität hat, ist grundlegend für den Schutz seiner Rechte, seiner Würde und seines Wohlbefindens. Diese Stellungnahme unterstreicht die zentrale Rolle der Sozialarbeit bei der Unterstützung der Wiederherstellung der Identität, der Stärkung familiärer Bindungen und des Zugangs zu Hilfsangeboten.“

Die vom UN-Menschenrechtsrat in Auftrag gegebene OHCHR-Studie wird künftige internationale Richtlinien und Empfehlungen zum Schutz der psychischen Gesundheit und der Menschenrechte junger Menschen prägen. Durch ihre Beteiligung an der Arbeitsgruppe „Identitätsrechte“ setzt sich IFSW weiterhin für Strategien und Praktiken ein, die Identität als Grundpfeiler sozialer Gerechtigkeit und des Wohlbefindens anerkennen.

Quelle: International Federation of Social Workers vom 27.02.2026

Redaktion: Zola Kappauf