Krieg in der Ukraine

Großes Engagement für Geflüchtete

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland engagiert sich ehrenamtlich für Geflüchtete aus der Ukraine. Das hat eine repräsentative Bevölkerungsumfrage der telquest GmbH – eine Kantar Gesellschaft im Auftrag der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) ergeben.

30.03.2022

Die Ergebnisse der Umfrage im Überblick

  • 55 Prozent der Bevölkerung in Deutschland setzt sich aktiv für Geflüchtete in der Ukraine ein. Die Mehrheit engagiert sich mit Sach- und Geldspenden.
  • Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass sich Engagierte Hilfe und Unterstützung wünschen. Dazu zählen finanzielle Unterstützung (51 Prozent), gefolgt von mehr Informationen (46 Prozent) bis hin zu Begleit- und Qualifizierungsangeboten (27 Prozent).
  • Zwei Drittel der bisher noch nicht Engagierten wären zudem bereit, sich zu engagieren.
  • Etwa ein Drittel der bisher noch nicht Engagierten könnte durch finanzielle Unterstützung oder mehr Informationen zum Engagement geleitet werden.

Alle Ergebnisse können aufgeschlüsselt in der Studie „Stand for Ukraine: Eine Bevölkerungsbefragung zum Engagement für Geflüchtete aus der Ukraine“ nachgelesen werden.

Zeichen der Solidarität in Europa

„Wir sind sehr beeindruckt davon, wie viele Menschen sich in so kurzer Zeit für die Geflüchteten aus der Ukraine einsetzen. Das ist immens wichtig für die menschenwürdige Aufnahme der Geflüchteten und den Zusammenhalt in Europa. Es ist Verlass auf die Ehrenamtlichen, die den Menschen in den Bahnhöfen Orientierung bieten oder Essen spenden, ukrainische Familien bei sich zu Hause übernachten lassen oder Schlafsäcke in Notunterkünften vorbeibringen. Am wichtigsten ist aber etwas anderes: Ihr Engagement ist ein starkes Zeichen der Solidarität und Menschlichkeit in einer Zeit, in der in Europa Menschen aus Angst um Leib und Leben auf der Flucht sind”,  erläutert DSEE-Vorständin Katarina Peranić.

Es braucht zivilgesellschaftliche Strukturen

„Neben hoher Motivation und Einsatzbereitschaft erreichen die DSEE viele Fragen und Hilfegesuche. Zum Beispiel zu Fördermitteln oder rechtlichen Rahmenbedingungen. Gerade Menschen, die sich vor Ort für die Geflüchteten engagieren, sind bereits an ihrer Belastungsgrenze. Die Ehrenamtlichen brauchen jetzt Unterstützung, etwa bei der Vernetzung, Betreuung und Koordination der Freiwilligen. Dazu braucht es starke zivilgesellschaftliche Strukturen und nicht zuletzt auch Fördermittel, um konkrete Projekte vor Ort umzusetzen. Die Ehrenamtlichen sind für die Geflüchteten da – wir müssen für die Ehrenamtlichen da sein“, ordnet Jan Holze, Vorstand der DSEE, die Befragungsergebnisse ein.

Quelle: Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt vom 18.03.2022

Redaktion: Johanna Fock

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