Kinderschutz

Gewalt gegen Kinder in Konflikten nimmt weiter zu – trotz jahrzehntelanger Schutzversprechen

Save the Children warnt angesichts eines neuen Höchststands schwerer Gewalt gegen Kinder in bewaffneten Konflikten vor einem dramatischen Versagen beim Kinderschutz. Der aktuelle UN-Bericht dokumentiert für 2025 mehr schwere Kinderrechtsverletzungen als je zuvor und fordert entschlossenes politisches Handeln.

10.07.2026

Save the Children macht auf einen besorgniserregenden Höchststand schwerer Gewalt gegen Kinder in Konflikten aufmerksam. Anlass ist die bevorstehende Generaldebatte im UN-Sicherheitsrat zum aktuellen Bericht des UN-Generalsekretärs zu Kindern und bewaffneten Konflikten. Der Bericht dokumentiert für das Jahr 2025 mehr Verbrechen an Kindern als jemals zuvor. Erstmals seit Einführung des Mandats waren staatliche Streitkräfte die Hauptverantwortlichen für diese Verbrechen. 

Lea Meyer, Sprecherin für Kinder in bewaffneten Konflikten bei Save the Children Deutschland, sagt: 

„Seit Jahren steigt die Zahl schwerer Kinderrechtsverletzungen in Konfliktgebieten. Kinder werden getötet, entführt und traumatisiert. Das Problem ist nicht, dass wir zu wenig über diese Rechtsverstöße wissen. Das Problem ist, dass Kinder trotz dieses Wissens nicht ausreichend geschützt werden.“ 

Der aktuelle Bericht dokumentiert die sechs schweren Verbrechen an Kindern in bewaffneten Konflikten, darunter Tötungen und Verstümmelungen von Kindern, Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser sowie die Verweigerung humanitärer Hilfe. Doch er bildet nur einen Teil dessen ab, was Kinder in Konflikten wirklich erleben. Er zeigt nicht die Kinder, die ihre Eltern, Geschwister oder Freunde verlieren. Nicht die Kinder, die nachts nicht schlafen können, weil sie Angst vor dem nächsten Angriff haben. 

Lea Meyer ergänzt: 

„Alle Konfliktparteien unterliegen den Regeln des humanitären Völkerrechts. Sie sind verpflichtet, die Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten zu schützen - insbesondere Kinder. Umso alarmierender ist, dass staatliche Streitkräfte im aktuellen Berichtszeitraum die Hauptverantwortlichen für die dokumentierten Verbrechen waren. Eine weitere Entwicklung erfüllt uns mit großer Sorge: Der zunehmende Einsatz von Drohnen, ferngesteuerten Waffensystemen und anderen technologiebasierten Waffen in urbanen Räumen. Sie treffen Schulen, Krankenhäuser, Märkte und Vertriebenencamps – Orte, an denen Kinder lernen, medizinisch versorgt werden oder Schutz suchen. Zugleich wird es schwieriger nachzuvollziehen, wer 
für Angriffe auf Kinder und zivile Einrichtungen verantwortlich ist.” 

Save the Children fordert Regierungen weltweit auf, ihren Verpflichtungen zum Schutz von Kindern unverzüglich nachzukommen und durch gezielte diplomatische, politische und rechtliche Maßnahmen auf ein Ende der Verbrechen an Kindern hinzuwirken.

Quelle: Save the Children vom 24.06.2026

Redaktion: Celine Richter