Startchancen-Programm
Gestaltungswillen und Enttäuschung der Jugendsozialarbeit
Das „Startchancen-Programm“ soll Bildungsungleichheiten abbauen und bis 2026/27 rund 4.000 Schulen erreichen. Laut Umfrage wollen Fachkräfte aktiv mitgestalten, werden jedoch durch fehlende Finanzierung, Bürokratie und geringe Einbindung gebremst. Wirksamkeit braucht bessere Kooperation von Schule, Jugendhilfe und Trägern.
24.11.2025
Derzeit setzen Bund und Länder das „Startchancen-Programm“ im zweiten Jahr um. Fast zehn Prozent der Schulen in Deutschland werden nun darüber gefördert. Spätestens zum Schuljahr 2026/27 sollen es rund 4.000 Schulen sein. Das Programm zielt darauf, Bildungsungleichheiten abzubauen und jungen Menschen bessere Entwicklungschancen zu ermöglichen. 20 Milliarden Euro stellen Bund und Länder für die Laufzeit von zehn Jahren bereit, beginnend mit dem Schuljahr 2024/25.
Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit hat zum Start des Schuljahres 2025/26 eine bundesweite Umfrage bei seinen Mitgliedsverbänden durchgeführt. Diese erfasste erste Erfahrungen, Einschätzungen und Herausforderungen bei der Umsetzung des Startchancen-Programms. Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich: Die Jugendsozialarbeit möchte gerne mitgestalten, hat konkrete Ideen, bringt Angebote ein, fühlt sich jedoch ausgebremst. Die Fachkräfte zeigen großes Engagement, indem sie sich mit sozialpädagogischen Angeboten in das Programm einbringen. Gleichzeitig beschreiben sie Hürden wie unsichere, nicht ausreichende Finanzierungen, bürokratische Aufwände, mangelnde Transparenz und eine unzureichende Einbindung der (freien) Träger der Kinder- und Jugendhilfe und damit auch der Fachkräfte der Jugendsozialarbeit und Schulsozialarbeit.
Notwendig sind demnach eine systematische Zusammenarbeit von Schule, Jugendhilfe und freien Trägern sowie bessere Rahmenbedingungen für nachhaltige und wirkungsvolle Ergebnisse. Die langjährigen Erfahrungen und die hohe Fachlichkeit von Jugend- und Schulsozialarbeit an den Startchancen-Schulen müssen besser genutzt, Doppelstrukturen vermieden und die Praxisexpertise stärker in die Programmgestaltung einbezogen werden. Nur so können die ambitionierten Ziele des Programms erfüllt und langfristig bessere Startchancen für alle jungen Menschen geschaffen werden.
Die ausführlichen Ergebnisse stellen die Referentinnen Julia Schad-Heim, IN VIA Deutschland im Netzwerk der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS), und Claudia Seibold, Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA), in einem Fachartikel vor.
Quelle: Katholische Jugendsozialarbeit vom 06.11.2025
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