Internationale Fachtagung zu Vielfalt und Gerechtigkeit

Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung: So reagieren verschiedene Länder auf die wachsende Vielfalt

Viele Gesellschaften Europas werden immer diverser. Dies stellt besondere Anforderungen an die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE). Wie diese erfolgreich bewältigt werden können und welche Strategien geeignet sind, um Kinder und Familien wirksam zu unterstützen, diskutieren Expert*innen aus Wissenschaft, Politik und Fachpraxis in Berlin.

24.10.2025

Eröffnet wird die Tagung des Internationalen Zentrums Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (ICEC) am Deutschen Jugendinstitut (DJI) durch die Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), Dr. Petra Bahr.

In vielen Ländern vergleichbare Situation: Weniger Kinder, doch Unterstützungsbedarf steigt

Die zunehmende Vielfalt von Kindern und Familien sowie die unterschiedlichen Bedürfnisse im Kontext von Migration, Armut und marginalisierten Lebenslagen beschäftigen Politik und Fachpraxis nicht nur in Deutschland. Viele Länder sehen sich heute einer Situation gegenüber, in der die Kinder zwar weniger werden, die Unterstützungsbedarfe jedoch teilweise gravierend zunehmen. Wie die Systeme darauf reagieren und allen Kindern gerecht werden können, ist Thema der ICEC-Fachtagung unter dem Titel „Vielfalt und Gerechtigkeit in der FBBE: konvergierende Trends in Europa?“ am 30. September und 1. Oktober.

Expert*innen aus Deutschland, Belgien, Finnland und den Niederlanden erörtern, wie Politik und FBBE-Systeme auf die Herausforderungen von „Superdiversität“ reagieren. Sie diskutieren, wie Kindertageseinrichtungen und Fachkräfte bestmöglich auf die wachsenden Anforderungen vorbereitet werden können und welche Strategien in verschiedenen Ländern erfolgreich die Diversitätssensibilität fördern.

Die Themen der Tagung

In seiner Keynote geht Prof. Paul Leseman von der Universität Utrecht (Niederlande) auf die Notwendigkeit ein, die Resilienz von Kita-Systemen angesichts von krisenhaften Entwicklungen und steigenden Anforderungen zu erhöhen. In diesem Zusammenhang beleuchtet er Modelle öffentlich-privater Zusammenarbeit auf der lokalen Ebene und deren Auswirkungen in Hinblick auf Chancengerechtigkeit und Inklusion.

Weitere Vorträge beschäftigen sich mit Ungleichheiten im Zugang zu hochwertigen Angeboten, der Förderung interkultureller Kompetenzen von Fachkräften, subtilen Formen der Diskriminierung im pädagogischen Alltag sowie Beispielen einer Demokratisierung der FBBE. Das ICEC gibt zudem einen Einblick in laufende Forschungsarbeiten zum Thema.

In drei thematischen Workshops erhalten die Teilnehmenden außerdem die Gelegenheit, intensiver zu den Themen interkulturelle Kompetenzen und Teams, diversitätssensible Familienzusammenarbeit und lokale Steuerung an der Schnittstelle FBBE - Integration ins Gespräch zu kommen.

Aufgaben des ICEC am DJI

Das ICEC wurde im Jahr 2012 am DJI gegründet. Zum Aufgabenspektrum des Zentrums gehört, FBBE-Systeme in anderen Ländern zu beobachten, Erfahrungen und Forschungsergebnisse zu bündeln sowie gute Praxis zu identifizieren und durch eigene empirische Forschung Entwicklungen im Bereich frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung abzubilden. Das ICEC unterstützt auf diese Weise den internationalen Transfer von Wissen, politischen Konzepten und Erfahrungen und macht Erkenntnisse aus anderen Ländern für Deutschland nutzbar. Zudem agiert es als Mittler zwischen nationalen und internationalen Akteuren, die sich aus wissenschaftlicher, fachpraktischer und politisch-organisatorischer Perspektive mit Fragen der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung auseinandersetzen.

www.dji.de/icec-tagung2025
Internationales Zentrum Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung (ICEC)

Quelle: Deutsches Jugendinstitut e.V. vom 30.09.2025

Redaktion: Sofia Sandmann