Frühe Bildung

Familienzentrum stärkt den Kiez

In der Berliner Ritterburg sprechen Elke Büdenbender, Barbara Schöneberger und Anne Rolvering mit Fachkräften über die Bedeutung niedrigschwelliger Angebote. Das Zentrum setzt auf Sprachförderung, interkulturelle Bildung und Stadtteilmütter. Die DKJS fordert gezielte Förderung benachteiligter Kitas im Startchancenprogramm.

27.06.2025

„Was macht ihr hier in unserer Kita?“, fragt ein Kind Barbara Schöneberger und Elke Büdenbender beim Rundgang durch die Kitaräume an diesem Vormittag. Gemeinsam mit Anne Rolvering, Geschäftsführerin der DKJS, besuchten sie heute das Familienzentrum Ritterburg mit angrenzender Kita in Berlin-Kreuzberg, um sich ein Bild zu machen, wie gute frühkindliche Bildung aussehen kann.

Bildung beginnt mit Beziehung – und mit Vertrauen

Nach dem Besuch im Kita-Bereich führte der Rundgang durch das Familienzentrum zur Krabbelgruppe griffbereit.MINI. „Wir fördern die Mehrsprachigkeit ganz praktisch schon im ersten Lebensjahr“, erzählt die „Stadtteilmutter“. Sie und weitere Mütter mit Migrationsgeschichte begleiten gemeinsam mit einer Fachkraft des Familienzentrums die Familien individuell – mehrsprachig, kultursensibel und lebensnah. Das Angebot wird bedarfsorientiert angepasst – so wird in der Gruppe auf mehreren Sprachen gesungen, gesprochen und gespielt. „Bei uns ist zudem immer Platz für Austausch – die Themen, die die Familien und die Kinder bewegen, werden hier gehört“, sagt Sabrina Vetterkind, die Koordinatorin des Familienzentrums.

Starke Kitas brauchen starke Strukturen

In einer abschließenden Gesprächsrunde wird klar, was es braucht, um jedem Kind eine gute frühkindliche Bildung zu ermöglichen. 

„Die Ritterburg zeigt, wie frühe Förderung gelingen kann. Hier wird nicht nur betreut, sondern zugehört, begleitet und gestärkt. Man merkt, dass sich jede Familie willkommen und ernst genommen fühlt und das stärkt auch die Kinder. Dadurch entstehen echte Bildungschancen“, 

sagte Elke Büdenbender, Schirmherrin der DKJS.

Martin Quente, Geschäftsführer des Trägers Nestwärme e.V., betont im Gespräch: 

„Was unsere Arbeit trägt, sind stabile Netzwerke, engagierte Teams und verlässliche politische Unterstützung. Bildungsgerechtigkeit beginnt im Kiez.“

Barbara Schöneberger, Botschafterin der DKJS, ist beeindruckt von der Arbeit, die im Familienzentrum geleistet wird: 

„Ich sehe hier so viel Engagement und Familien, denen geholfen wird. Diese Arbeit verdient mehr politische und gesellschaftliche Anerkennung, insbesondere eine stringente Finanzierung.“

Appell an die Politik: Startchancen für alle Kinder

Die DKJS setzt sich dafür ein, dass das geplante Startchancenprogramm des Bundes auch gezielt Kitas in schwierigen Lagen erreicht. Denn: Zwei Drittel aller herkunftsbedingten Unterschiede in der kindlichen Entwicklung zeigen sich bereits vor der Einschulung. „Jedes Kind verdient eine gute frühkindliche Bildung. Deswegen dürfen wir Kitas in herausfordernden Lagen nicht allein lassen und müssen strukturelle Nachteile ausgleichen“, forderte Anne Rolvering. „Das Startchancenprogramm ist ein wichtiger Schritt – jetzt kommt es auf eine zügige und nachhaltige Umsetzung an.“

Quelle: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) vom 12.06.2025

Redaktion: Paula Joseph