Studie
Eltern besser erreichen - Handlungsansätze für die Medienpädagogik
Das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis stellte am 28. Oktober 2025 bei einer Online-Veranstaltung der BLM Handlungsansätze vor, um Eltern in der Medienerziehung besser zu erreichen. Die Studie identifiziert Barrieren wie Zeitmangel und Sprachhürden und empfiehlt zielgruppenspezifische, praxisnahe Angebote an alltäglichen Orten wie Kitas.
18.12.2025
Für Eltern ist die Medienerziehung nicht immer einfach: Sie brauchen in der komplexen digitalen Medienwelt Unterstützung, um Antworten auf die Fragen ihrer Kinder geben zu können. Doch wie lassen sich auch jene Familien erreichen, die klassischen medienpädagogischen Angeboten eher distanziert gegenüberstehen? Handlungsempfehlungen dazu hat am 28. Oktober 2025 das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) bei einer Online-Veranstaltung vorgestellt, zu der die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) eingeladen hatte.
Die Vorschläge für eine wirksame Ansprache der Eltern in puncto Medienerziehung sind das Ergebnis der sozialwissenschaftlichen Studie „Eltern besser erreichen – Handlungsansätze für die Medienpädagogik“. Im Auftrag der BLM untersuchte das JFF die Bedürfnisse der Eltern und die Barrieren, die sie davon abhalten, bestehende Medienkompetenz-Angebote zu nutzen. Ob Zeitmangel, Sprachhürden oder Unsicherheit im Umgang mit digitalen Medien: Die Gründe sind vielfältig, genauso wie die Handlungsansätze, um die Barrieren zu überwinden.
BLM-Präsident Dr. Thorsten Schmiege ist überzeugt:
„Wir müssen die medienpädagogischen Angebote noch zielgruppenspezifischer, lebensnäher und leichter verständlich konzipieren. Wir müssen dort Angebote machen, wo Eltern ohnehin sind: beim Kinderarzt, in der Kita oder auf dem Sportplatz. Um wirklich alle Familien optimal zu erreichen, sind individuelle und praxisorientierte Ansätze notwendig. Genau dafür liefert das Forschungsgutachten wertvolle Impulse.“
Dr. Susanne Eggert, die für die Studie verantwortlich zeichnet, hat die Erfahrung gemacht, dass Eltern bei der Medienerziehung ihrer Kinder oft an ihre Grenzen stoßen. Um die Familien künftig niedrigschwellig zu unterstützen, „ist vor allem eine bessere Orientierung an den Bedarfen der Eltern wichtig, indem zum Beispiel durch die Verwendung von Leichter Sprache die Verständlichkeit erhöht wird oder Eltern von Kindern mit Behinderung entsprechende Angebote gemacht werden. Für Modellprojekte, die Teilnahme ressourcenschwacher Familien und die kontinuierliche Forschung braucht es finanzielle Ressourcen.“
Die Studie „Eltern besser erreichen“ gibt es hier zum Download (PDF: 1602 KB).
Quelle: Bayerische Landeszentrale für neue Medien vom 28.10.2025
Termine zum Thema
Materialien zum Thema
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Kinder aus suchtbelasteten Familien brauchen besondere Unterstützung - Dossier 1/2025
-
Podcast
Kinderschutz im Netz – Out of the bubble
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Dandelin – Deutsch für Kinder
-
Zeitschrift / Periodikum
AFET-Fachzeitschrift Dialog Erziehungshilfe 3-2025
-
Zeitschrift / Periodikum
Viel oder zu viel!? (Exzessive) Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen
Projekte zum Thema
-
Stiftung "Achtung!Kinderseele"
Nicht jedes Schulkind ist schon schulstark – ein Pilotprojekt der Stiftung „Achtung!Kinderseele“ will das ändern
-
Perspektive gGmbH Institut für sozialpädagogische Praxisforschung und -entwicklung
Inobhutnahme – Perspektiven: Impulse!
-
Kinderschutz und Kinderrechte in der digitalen Welt
-
Cluster Projekte GmbH
Modellprojekt DiKon – Digital in Kontakt sein mit jungen Menschen
-
Schulen
Bewegungs-Pass an Grundschulen
Institutionen zum Thema
-
Verband / Interessenvertretung
Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V.
-
Sonstige
GAMESHIFT NRW / Pacemaker Initiative
-
Stiftung / Fördereinrichtung
GOLDKIND – Stiftung für Kinder aus dysfunktionalen Familien gGmbH
-
Fort-/Weiterbildungsanbieter
Jugendbildungsstätte LidiceHaus Bremen
-
Fort-/Weiterbildungsanbieter
medien.rlp – Institut für Medien und Pädagogik e.V.