„Armut und Gesundheit“
Lebenslagen der Ratsuchenden im Blick haben
Der Zugang zu psychosozialer Beratung im Sinne des Schwangerschaftskonfliktgesetzes ist für viele Ratsuchende mit Hürden versehen. Wie eine zielgruppensensible und passgenaue Beratung gelingen kann, stellte der Bundesverband donum vitae e.V. im März beim Kongress „Armut und Gesundheit“ in Berlin vor.
12.04.2023
Dr. Olaf Tyllack, der Bundesvorsitzende von donum vitae, erläutert:
„In der psychosozialen Beratung steht für uns die Klientin im Mittelpunkt. Ausgehend von ihren Fragen beraten unsere Fachkräfte individuell und haben dabei immer die unterschiedlichen Lebenslagen und Anforderungen der Ratsuchenden im Blick.“
Menschen mit Lernschwierigkeiten, Flucht- oder Migrationsgeschichte, psychischen Erkrankungen, geringer Literalität, aus der Großstadt oder dem ländlichen Raum suchen die Beratung von donum vitae auf.
Dr. Tyllack:
„Es geht also einerseits um die Sensibilität für Klientinnen und Klienten mit verschiedenen Bedürfnissen, die sich zu unserem umfassenden Themenspektrum beraten lassen möchten.“
Andererseits haben auch flexible Zugangswege zur Beratung in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Die verschiedenen Beratungszugänge bei donum vitae reichen vom Erstkontakt per Telefon oder per E-Mail und der anschließenden Präsenzberatung in der Beratungsstelle über die aufsuchende Beratung zu Hause bei den Klient*innen oder in einer Einrichtung bis hin zur Videoberatung, zu der auch dritte Personen wie Sprachmittler*innen zugeschaltet werden können. Ein zusätzliches Angebot besteht bereits seit mehr als zehn Jahren mit der bundesweiten Onlineberatungsstelle.
Die fachlichen Voraussetzungen zur zielgruppensensiblen Beratung sowie den dafür notwendigen konzeptionellen Einsatz von unterschiedlichen Beratungsformaten, das sogenannte Blended Counseling, präsentierte donum vitae am 22. März mit der Veranstaltung „Sicherung psychosozialer Versorgung in der Schwangerschaft durch zielgruppensensible Beratungszugänge“ beim Kongress „Armut und Gesundheit“ in Berlin.
Dr. Tyllack erklärt:
„In den zurückliegenden Jahren haben wir dank mehrerer öffentlich finanzierter Modellprojekte umfassende Expertise zur zielgruppengerechten und niedrigschwelligen Beratung erworben – die Zukunft der Beratung liegt im passgenauen Einsatz verschiedener Formate sowie dem individuellen Blick auf die Klientinnen und Klienten.“
Der Kongress „Armut und Gesundheit“
Der Kongress „Armut und Gesundheit“ schafft seit 1995 ein kontinuierliches Problembewusstsein für gesundheitliche Ungleichheit in Deutschland. Einmal im Jahr kommen hier Akteur*innen aus Wissenschaft, Gesundheitswesen, Politik, Praxis und Selbsthilfe zusammen. Gesellschaftliche Strukturen und Veränderungspotenziale sollen diskutiert werden. Aktuelle Forschungsergebnisse werden ebenso vorgestellt und vertieft wie neue Strategien, Lösungsansätze und Erfahrungen aus der Praxis. Mit dem Engagement aller Akteur*innen und Teilnehmenden des Kongresses erfährt eine heterogene Gruppe von Menschen eine Lobby, die oftmals wenig Unterstützung erhält. Der Kongress Armut und Gesundheit ist die größte regelmäßig stattfindende Public Health-Veranstaltung in Deutschland. Ausgerichtet wird der Kongress von Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. und zahlreichen Partner*innen.
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