AGJ Positionspapier

Digitale Räume demokratisch gestalten und Plattformen regulieren – nicht nur für junge Menschen

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ hat ein Positionspapier zur Gestaltung digitaler Räume verabschiedet. Sie fordert eine politische Lösung, die Teilhabe ermöglicht, demokratische Bildungsräume schafft und jungen Menschen die Möglichkeit zur Mitgestaltung einräumt. Unerlässlich ist dafür unter anderem eine Regulierung von Plattformen.

13.05.2026

Die AGJ setzt sich für eine kohärente und komplementäre Regelungs- und transparente Umsetzungsstruktur für den digitalen Raum ein, die junge Menschen gleichermaßen beteiligt, befähigt und schützt. Die europäische Digitalpolitik und dazugehörige Gesetze und Initiativen bieten dafür den entscheidenden Rahmen, müssen auf europäischer Ebene weiterentwickelt  und verteidigt und national konsequent umgesetzt werden, um sichere digitale Räume zu schaffen und vor allem auch demokratische Teilhabe und Praxis in diesen Räumen und mit digitalen Techniken zu ermöglichen. 

Algorithmen, die auf maximale Verweildauer optimiert sind, die gezielt schädliche, polarisierende und radikalisierende Inhalte befördern, Plattformdesigns, die auf Vergleich und Engagement ausgelegt sind, belasten die mentale Gesundheit nicht nur von jungen Menschen. Die Minimierung der vielfältigen in den digitalen Produkten und Diensten angelegten oder durch sie ermöglichten Gefahren erfordert politische und regulatorische Antworten. Zugangsbeschränkungen für junge Menschen greifen zu kurz. Ansätze, die diese strukturellen Probleme mit Verweis auf individuelle Kompetenz, Selbstregulation und elterliche Erziehung zu individualisieren drohen, setzen an der falschen Stelle an. Die Politik muss ihrer Verantwortung gerecht werden, schädigende und manipulative Funktionen von Plattformen verbieten, für effektive, transparente und kindgerechte Beschwerde- und Meldestrukturen sorgen und eine konsequente strafrechtlichen Verfolgung von Gewalt- und Straftaten im digitalen Raum ermöglichen. Ohne eine wirksame Regulierung auf dieser Ebene bleiben junge Menschen und diejenigen, die sie in ihrem Aufwachsen in einer digital transformierten Welt begleiten, wie Eltern und Fachkräfte, mit systemischen Risiken weitgehend alleingelassen.

Die vollständige Stellungnahme als PDF (335 KB)

Quelle: Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ vom 12.05.2026

Redaktion: Zola Kappauf