DANK-Kommentar
„Die neue Bundesregierung hat offensichtlich kein Interesse an wirksamem Kinderschutz und umfassenden Präventionsmaßnahmen“
Zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppen „Gesundheit und Pflege“, „Ländliche Räume, Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt“ sowie „Familie, Senioren, Frauen, Jugend und Demokratie“ im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD erklärt Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG):
08.04.2025
„Die Verhandlungsergebnisse sind wie ein Gruß aus der Vergangenheit. Freiwilligkeit, Eigenverantwortung und Aufklärung sind die bestimmenden Schlagworte. Verbindliche, strukturierte und umfassende Maßnahmen der Verhältnisprävention, für die wissenschaftliche Evidenz vorliegen und die auch eine immer größere zivilgesellschaftliche Zustimmung erhalten, sucht man in den Ergebnispapieren vergeblich. Die neue Bundesregierung hat offensichtlich kein Interesse daran, nichtübertragbare Krankheiten wirksam zu bekämpfen und dafür endlich auch die Industrie in die Pflicht zu nehmen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Adipositas und Typ-2-Diabetes sind die gesundheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit und die neue Bundesregierung findet dafür nur wenige, mutlose Sätze und keine belastbaren Lösungen. Das ist ernüchternd.“
Für das Wissenschaftsbündnis steht fest: Maßnahmen der Verhältnisprävention können auch die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland nachhaltig stärken, denn eine gesunde Bevölkerung ist die Grundlage für eine leistungsfähige Gesellschaft.
„Strukturierte Präventionsmaßnahmen sparen nicht nur viel menschliches Leid, sondern auch hohe Folgekosten für Staat und Gesellschaft. Die wichtigsten Risikofaktoren Rauchen, Übergewicht und Alkoholkonsum verursachen zusammen jährlich Kosten in Höhe von über 200 Milliarden Euro. Wirksame Präventionsmaßnahmen kosten den Staat dagegen nur wenig, sparen aber hohe Folgekosten und fördern die Gesundheit“,
erläutert die DANK-Sprecherin.
Das Wissenschaftsbündnis appelliert an alle Beteiligten der neuen Bundesregierung, sich stärker für den Gesundheitsschutz von Kindern und Jugendlichen einzusetzen und beispielsweise strengere Regulierungen, Werbebeschränkungen und Altersgrenzen für Alkohol, Einweg-Zigaretten und neuartige Nikotinprodukte, wie die SPD sie vorschlägt, zu verabschieden:
„Es ist erschreckend, dass einige politisch Verantwortliche diesen nachweislich gesundheitsschädlichen Produkten keinen Riegel vorschieben wollen. Umfassende Werbebeschränkungen sowie Steueranpassungen für Tabak und Alkohol gehören zu den effektivsten Maßnahmen, um den Konsum zu reduzieren und Kinder und Jugendliche zu schützen“,
kritisiert Bitzer.
Das Wissenschaftsbündnis DANK, dem 21 medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften, Verbände und Organisationen angehören, fordert seit 15 Jahren umfassende Präventionsmaßnahmen, um die Gesundheit der Menschen nachhaltig zu stärken, Kinder und Jugendliche vor schädlichen Einflüssen zu schützen und damit Gesundheitskosten effektiv zu reduzieren. In einem umfassenden 6-Punkteplan hat DANK – kurz vor der Bundestagswahl 2025 – konkrete Präventionsmaßnahmen identifiziert und an die Politik adressiert. „Wir appellieren an die Verhandelnden von Union und SPD eine echte Präventionswende einzuleiten. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Es stehen Lebensjahre und Lebensqualität auf dem Spiel“, appelliert Bitzer an die Verhandlungsführenden.
Zum DANK 6-Punkteplan: „Gesundheit sichern – Wirtschaft stärken“ (Februar 2025):
https://www.dank-allianz.de/pressemeldung/vor-bundestagswahl-dank-legt-6-punkte-plan-fuer-praeventionswende-vor.html
Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) vom 01.04.2025
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