Pandemiefolgen
Die Corona-Kommission muss die sozialen Folgen ernst nehmen
Die Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Corona-Jahre muss soziale Folgen stärker in den Fokus rücken. Der Deutsche Caritasverband fordert eine klare Einbindung zivilgesellschaftlicher Perspektiven – besonders im Blick auf vulnerable Gruppen, psychosoziale Langzeitfolgen und soziale Infrastruktur.
24.07.2025
Die Corona-Enquetekommission braucht Mitglieder mit semiotischen Fähigkeiten und die Kraft zusammenführender Interpretation:
An vielen Stellen sind in den letzten Jahren und Monaten Gremien, Gerichte und Kommissionen mit der Aufklärung von Teilaspekten der Corona-Jahre befasst worden. Die Enquete-Kommission, die auf Vorschlag der Regierungsfraktionen jetzt vom Deutschen Bundestag eingerichtet wird, soll auf deren Erkenntnissen aufbauen. Die Fraktionen haben entsprechend einen umfangreichen Aufgabenkatalog beschrieben. Die darin formulierten Ziele, die zivilgesellschaftliche Handlungsfähigkeit zu stärken und Empfehlungen zur Ertüchtigung der sozialen Infrastruktur abzugeben, dürfen im Wust der Aufgaben und Ziele nicht untergehen!
Aus Sicht des Deutschen Caritasverbandes ist es wesentlich, genau diese Aspekte in den Vordergrund zu stellen. Nur dann können wir im Fall des Auftretens einer vergleichbaren Pandemie aus den Erfahrungen heraus besser vorbereitet sein.
Für den Erfolg der Kommission wird es entscheidend darauf ankommen, bei ihrer Zusammensetzung die Erfahrung der Zivilgesellschaft profiliert einzubeziehen. Aus den Spuren, die die Pandemie hinterlassen hat, die richtigen Schlüsse zu ziehen, setzt die Fähigkeit voraus, sektorale Grenzen und fachliches Spezialistentum zu überwinden. Insbesondere die Auswirkungen von Pandemien auf vulnerable Gruppen und die Familie, die Rolle der Frauen einschließlich häuslicher Gewalt, vor allem aber auch der mittel- und langfristigen gravierenden psycho-sozialen und gesundheitlichen Folgen für Kinder und Jugendliche oder die Vereinsamung älterer Menschen müssen systematisch in den Blick genommen werden.
Corona markiert eine tiefe Zäsur. Fortwirkende Erschöpfung und Einsamkeit sind Auswirkungen im persönlichen und im beruflichen Umfeld, die die Corona-Befragung des Deutschen Caritasverbandes deutlich beschrieben hat. Wir werden auf die nächste Pandemie nicht vorbereitet sein können, ohne die Überwindung dieser Folgen der Corona-Jahre ernsthaft zur gemeinsamen Aufgabe zu machen.
Es ist positiv hervorzuheben, dass die Enquete-Kommission den Fragen internationaler Kooperation und Solidarität in pandemischen Lagen eigene Aufmerksamkeit schenken soll. Die „Wiedererfindung der Grenze“, wie sie die europäische und internationale Politik aktuell prägt, hat ihre Quelle in den Abschottungen der Corona-Zeit. Sie gehört zu den größten Gefahren, die die Corona-Zeit hinterlassen hat.
Quelle: Deutscher Caritasverband e. V. vom 10.07.2025
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