Präventionsziele
DANK: 2026 muss das Jahr der Prävention werden!
Das Wissenschaftsbündnis DANK fordert, 2026 zum Jahr der Prävention zu machen und appelliert an die Politik, Maßnahmen gegen nichtübertragbare Krankheiten zu ergreifen. DANK kritisiert die mangelnde Umsetzung präventiver Maßnahmen in Deutschland und betont die Notwendigkeit, politische Denkblockaden zu überwinden.
29.01.2026
Mit dem Start der Grünen Woche am morgigen Freitag appelliert das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) erneut an die Politik, die wirksame Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten nicht zu verschleppen.
„2026 muss das Jahr der Prävention werden. Abwarten und untätig bleiben, kostet Lebensjahre und Wirtschaftskraft“, fordert Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).
Das Wissenschaftsbündnis DANK, dem 24 wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaften und Verbände angehören, begrüßt besonders die jüngste Initiative der CDU in Schleswig-Holstein zur Einführung einer Herstellerabgabe auf zuckergesüßte Getränke.
„Wir unterstützen Ministerpräsident Daniel Günther bei seinem Vorstoß. Die CDU in Schleswig-Holstein hat erkannt, dass eine solche Abgabe die Verbraucher*innen nicht belastet und sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Leider verhallen diese wegweisenden parteiinternen Appelle im politischen Berlin“,
resümiert die Expertin.
Die Diskussion um gesundheitsorientierte Steuerinstrumente ist nicht neu, aber dringlicher denn je. Hohe Krankheitslast, steigende Kosten und zunehmende Ungleichheit machen deutlich: eine gesunde Mehrwertsteuer, höhere Besteuerung von Tabak und Alkohol, Kinderschutz in der Lebensmittelwerbung, eine verbindliche Stunde Bewegung in Kita und Schule sowie Standards für die Kita- und Schulernährung sind politische Handlungsfelder und müssen verbindlich sein, damit sie alle Menschen in Deutschland erreichen. Deutschland kann es sich nicht weiter leisten, Milliardenbeträge für vermeidbare Krankheiten auszugeben, während gleichzeitig Kinderzimmer mit Werbung für Zucker- und Fettbomben geflutet werden und Herstellerabgaben auf gesundheitsschädliche Produkte weiterhin als „ideologisch“ abgetan werden. Deutschland gehört in Europa zu den Schlusslichtern in der Prävention: Platz 17 von 18 im kürzlich veröffentlichten Public Health Index des AOK-Bundesverbands und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).
„Das Argument, derartige wirksame Maßnahmen seien nicht umsetzbar, da sie nicht im Koalitionsvertrag stehen, trägt nicht mehr – erst recht nicht, seit aus dem Kanzleramt selbst öffentlich gefordert wurde, Koalitionsvereinbarungen angesichts neuer wirtschaftlicher Realitäten anzupassen und auch die Bevölkerung die Politik zunehmend in der Pflicht sieht“,
erklärt Bitzer weiter.
Für das Wissenschaftsbündnis steht fest: Wenn zentrale politische Projekte in wirtschaftlich schwierigen Zeiten neu bewertet werden können, dann muss das erst recht für Maßnahmen gelten, die Menschenleben schützen, chronische Erkrankungen verhindern und das Gesundheitssystem entlasten. „Verhältnisprävention darf kein Tabu mehr sein. Sie ist das wirksamste Instrument, das wir haben, um gesunde Lebensjahre zu sichern und auch die wirtschaftliche Stabilität des Landes zu sichern“, schließt Bitzer.
DANK appelliert daher an Bund und Länder, politische Denkblockaden abzubauen. 2026 muss die Präventionswende gelingen. Dafür braucht es politischen Mut und Entscheidungen mit Weitsicht und keine Ausreden.
Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) vom 15.01.2026
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