Transferkonferenz
Care-Leaver:innen haben Rechte
Eine verlässliche Begleitung und Nachbetreuung von jungen Erwachsenen nach Verlassen der Jugendhilfe scheitert noch zu oft an den Gegebenheiten und Strukturen vor Ort. Wie sich der „Rechtsanspruch Leaving Care vor Ort verbindlich inklusiv gestalten" lässt, war das Hauptthema auf der AGJ-Transferkonferenz am 30. und 31. Mai in Berlin. Der SOS-Kinderdorf e.V. hat eine Zusammenschau der Tagung veröffentlicht.
19.07.2022
Kooperationspartner der Tagung waren die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen e.V., die Universität Hildesheim, SOS-Kinderdorf e.V. und der Careleaver e.V. Eindrucksvoll brachten Care-Leaver:innen im lebendigen Austausch mit Menschen aus der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe, kommunalen Akteuren wie Jobcenter und Wohnungshilfe sowie Vertreter:innen aus Forschung und Politik ihre Belange auf die Bühne.
Beispielsweise in der Podiumsdiskussion „U25 spricht: Gleichberechtigtes junges Erwachsenenalter – was wir euch schon immer sagen wollten!“ Care-Leaverinnen und Care-Leaver berichteten von ihren Erfahrungen, was es in der Realität bedeutet, die Übergangsphase nach dem Verlassen der Jugendhilfeeinrichtung zu meistern. Aussagen wie „Man muss Glück haben mit dem Jugendamt" oder „Mir macht das Leaving Care schon noch Angst" zeigen beispielhaft, dass diese jungen Menschen im Übergang immer wieder mit einem abrupten Hilfeende mit Erreichen des 18. Lebensjahres zu kämpfen haben, obgleich sie sich eine weitere Unterstützung wünschen.
Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG 2021) soll die Situation von Care-Leaver:innen klar verbessern, beispielsweise durch die Neuregelungen zur Nachbetreuung und Hilfeansprüche über das 18. Lebensjahr hinaus. Doch wie kann die Umsetzung der Reform durch den Aufbau verlässlicher Strukturen in der kommunalen Praxis vor Ort verwirklicht werden? Wie muss die Zusammenarbeit zwischen den betreffenden Akteuren aussehen? Auf welche Beispiele guter Praxis können wir aktuell blicken?
Eindrücke zu den Themen der Tagung gibt es in der Zusammenfassung, die der SOS-Kinderdorf e.V. auf seiner Webseite veröffentlicht hat.
Quelle: SOS-Kinderdorf vom 19.07.2022
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