Österreich

Bundesjugendvertretung fordert psychologische Unterstützung und Bildungsförderung für Kinder und Jugendliche in der Corona-Pandemie

Kind schreibt mit einem Stift auf ein Blatt Papier

Die österreichische Bundesjugendvertretung (BJV) appelliert nach Ankündigung des neuerlichen Lockdowns an die Bundesregierung, ein besonderes Augenmerk auf Kinder und Jugendliche zu legen. Kinder und Jugendliche dürfen nicht erneut die Hauptlast der Pandemie-Maßnahmen tragen.

02.12.2021

„Wir haben in den vergangenen Monaten ganz deutlich gesehen, wie einschneidend sich die Pandemie und die Lockdowns auf junge Menschen ausgewirkt haben. Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat sich enorm verschlechtert. Ein Drittel der Jugendlichen hat bereits depressive Symptome. Jetzt droht sich die Situation weiter zu verschlechtern.“ sagt BJV-Vorsitzender Julian Christian.

Kinder bei Schulschließungen unterstützen

Die spezifischen Herausforderungen für Kinder und Jugendliche müssen bei diesem Lockdown unbedingt stärker berücksichtigt werden, so die BJV.

„Besonders dramatisch sind für Kinder und Jugendliche Einschränkungen im Schulbetrieb. Für viele ist der Unterricht im Distance Learning nicht bewältigbar und wirkt sich dramatisch auf die psychische Gesundheit aus. Es darf jetzt keine Barrieren geben, auch an den Schulen lernen zu können. Dafür braucht es einheitliche Bedingungen in allen Bundesländern“, so BJV-Vorsitzender Sabir Ansari.

Priorität für Schulen

„Wir dürfen nicht vergessen, dass nicht jedes Kind in Österreich ein ruhiges Zimmer und einen Laptop zur Verfügung hat. Jetzt geht es darum, diese Kinder nicht allein zu lassen. Die Bildungskluft darf sich nicht weiter verschärfen. Es braucht unbedingt niederschwellige Förderangebote für Schüler/-innen, die zeitlich auch über den Lockdown hinausgehen“, erklärt Ansari.

„Junge Menschen haben das Recht auf Bildung und das Recht auf Gesundheit. Die Regierung muss alles tun, um diese Rechte auch in der Pandemie so weit wie möglich umzusetzen. Das heißt für uns, dass Schulen immer die letzten Bereiche sein dürfen, die schließen, und gleichzeitig diejenigen, die als erstes öffnen“, so der Appell von Ansari.

Dafür brauche es weitere Vorkehrungen bei Testungen und Contact Tracing, damit Schulen, aber auch Kindergärten, sicher gestaltet werden können.

Impfanreize zum Schutz von Kindern

Die BJV verweist darauf, dass ein Großteil der Kinder immer noch nicht geimpft werden kann. „Auf Kinder wirken sich die Einhaltung von Schutzmaßnahmen und die Durchimpfungsrate besonders aus. Die gesamte Gesellschaft trägt gegenüber jungen Menschen eine besonders große Verantwortung“, erklärt Christian.

Die Regierung plant zwar eine Impfpflicht, es braucht aber besondere Impfanreize, um Kinder zu schützen:

„Wir fordern gezielte Aktionen, um die Impfraten rasch bei den Personen zu erhöhen, die mit Kindern und Jugendlichen beruflich zu tun haben, wie im Gesundheits- oder Bildungsbereich. Nur wenn diejenigen, die mit Kindern in Kontakt sind, schnell geimpft sind, sind Kinder ausreichend geschützt“, betont Christian.

Folgen für psychische Gesundheit abfedern

Um auf die schlechte Lage der psychischen Gesundheit von jungen Menschen aufmerksam zu machen, legt die BJV derzeit einen Schwerpunkt auf ihre Kampagne „Die Krise im Kopf“. Maßnahmen, um Kinder und Jugendliche zu unterstützen, müssen jetzt umgehend umgesetzt werden:

„Es braucht endlich ausreichende Kapazitäten für Psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und SchulpsychologInnen in ganz Österreich. Besonders dringend ist jetzt, das Angebot an telefonischer und digitaler psychologischer Beratung auszubauen, um die Folgen des Lockdowns abfedern zu können“, untermauert Christian.

„Alle Kinder und Jugendlichen, die psychologische Unterstützung brauchen, müssen diese umgehend bekommen. Jetzt mehr denn je“, appelliert Christian abschließend.

Quelle: Bundesjugendvertretung Österreich vom 19.11.2021

Redaktion: Laura Burger

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