Bildungspolitik

Bildung wirkt! Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft legt Diskussionspapier vor

Deutschland leistet sich zu viele Schulabbrecher und zu wenig Menschen haben eine abgeschlossene Ausbildung. Bei gleichem sozioökonomischem Status landen Migrantenkinder mehr als doppelt so oft auf Hauptschulen wie Kinder ohne Migrationshintergrund. Eine individuelle Förderung aller Kinder ist der Schlüssel zu mehr Chancengleichheit im Bildungssystem. Um die Diskussion in der Bildungspolitik voranzutreiben, legt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) gemeinsam mit dem Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung ein Diskussionspapier vor.

12.07.2012

"Wir müssen von der nachsorgenden Sozialpolitik auf die vorsorgende Bildungspolitik umsteigen", so der Kuratoriumsvorsitzende der INSM, Dr. h.c. Wolfgang Clement. Es sei wesentlich teurer für den deutschen Staat, sich später um die "Bildungsverlierer" kümmern zu müssen, als von vornherein dafür zu sorgen, dass alle die gleichen Chancen erhalten. "Die Basis für eine effiziente Teilhabe an allen Bildungsangeboten kann ein für alle Kinder verpflichtendes Vorschuljahr bieten", so Clement weiter.

Auch gute und motivierte Lehrer sind ein Schlüssel zu besserer Bildung und Ausbildung. Dr. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts, verlangt daher, Schülern mehr als bisher analytisches Denken, Kommunikations- und Problemlösungskompetenzen zu vermitteln. "Dies sind die Anforderungen, die eine Wissensgesellschaft stellt." Für ungeeignete Lehrer fordert Klingholz Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Lehrerberuf. Auch sollten höher qualifizierte Lehrer durch bessere Bezahlung honoriert werden, wie es in der Mehrzahl der OECD-Länder üblich ist. "Der Lehrerberuf in Deutschland muss eine Aufwertung erfahren - die Motivation, junge Menschen zu bilden, auszubilden und zu erziehen, muss dabei wieder im Vordergrund der Entscheidung für diesen Beruf stehen", so Klingholz.

"Die finanziellen Spielräume für die Bildungsfinanzierung sind da", so Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der INSM. Denn: Im Jahr 2011 ermittelten Wissenschaftler des Instituts für Weltwirtschaft, dass sich durch das gleichmäßige Zurückfahren aller Subventionen ein Kürzungspotenzial bei den Subventionen von 58 Milliarden Euro pro Jahr ergibt. "Was wir uns nicht leisten können, ist so etwas wie das Hin und Her zwischen G8 und G9 beim Abitur, noch bevor die Reform richtig umgesetzt ist."

Der Föderalismus im Bildungsbereich führt nicht zu den gewünschten Effekten, nämlich durch Wettbewerb unter 16 Bundesländern eine Qualitätssteigerung in den Bildungssystemen zu erreichen. "Die Fähigkeit, gemeinsame, für alle Länder verbindliche Standards für Erziehung und Bildung zu entwickeln und zu praktizieren, entscheidet über die Zukunftsfähigkeit des deutschen Bildungsföderalismus", so Clement.

Alle Informationen und das Diskussionspapier zum Download finden Sie unter <link http: www.insm.de publikationen _blank external-link-new-window external link in new>www.insm.de/publikationen und <link http: bit.ly npwqe4 _blank external-link-new-window external link in new>bit.ly/NpwQE4.

Quelle: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) vom 11.07.2012

Redaktion: Anneli Starzinger

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