Corona-Schutzimpfungen
Beschäftigte in Kitas und Schulen priorisieren
Neben Risikogruppen und Beschäftigten der Daseinsversorgung sollten auch die Beschäftigten von Kindertageseinrichtungen und Schulen möglichst frühzeitig eine Impfung erhalten können, betont ver.di, und wendet sich mit dieser Aufforderung in einem offenen Brief an die Arbeitgeber.
12.11.2020
Angesichts der am 9. November vorgestellten Empfehlungen für eine Priorisierung von Corona-Schutzimpfungen, die mehrere Institutionen im Auftrag der Bundesregierung erarbeitet haben, betont der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke, es sei richtig, dass Risikogruppen und Beschäftigte, die in Bereichen der Daseinsvorsorge Schlüsselfunktionen innehätten, möglichst frühzeitig eine Impfung erhalten.
Dazu würden neben Beschäftigten in der Gesundheitsversorgung und in den Gesundheitsämtern unter anderem auch die Beschäftigten von Kindertageseinrichtungen und Schulen gehören. „Bei einer Abwägung muss neben denjenigen, die ein hohes Risiko für einen schweren Infektionsverlauf tragen, auch besonders auf diejenigen geschaut werden, deren Arbeit ein hohes Risiko birgt“, sagt Werneke.
Anders als in allen anderen Arbeitsbereichen könnten die pädagogischen Fachkräfte an Kindertageseinrichtungen und Schulen die zentralen Infektionsschutzmaßnahmen wie Abstandsgebot oder Mund-Nasen-Bedeckung vielfach nicht oder nur eingeschränkt nutzen.
Bestmöglicher Schutz für Beschäftigte mit hohem Risiko
Mit den Entscheidungen zum Lockdown sei die Bedeutung dieser Arbeitsbereiche nochmals deutlich geworden. Die Beschäftigten unterstützen zum Teil unter äußerst schwierigen Bedingungen die Bildung der Kinder.
„Ihnen gebührt bestmöglicher Schutz“, betont Werneke. Dieser Schutz sei jedoch heute vielfach nicht gegeben. Daher werde gerade älteren Beschäftigten oder solchen mit Vorerkrankungen erhebliche Risiken aufgebürdet. „Es ist Pflicht der Arbeitgeber, ihre Beschäftigten zu schützen und auch für diejenigen, die besonderen gesundheitlichen Risiken unterliegen, Alternativen zu entwickeln.“
ver.di habe einen offenen Brief an alle Träger von Kindertageseinrichtungen sowie sozialpädagogische Angebote an Schulen gerichtet und sie aufgefordert, ihren Pflichten nachzukommen und ihre Beschäftigten zu schützen, da es hier erhebliche Defizite gebe.
Für ein künftig auszugestaltendes Impfszenario müssten die Beschäftigten mit hohem Risiko und geringem Schutz mit Priorität berücksichtigt werden.
Quelle: Verdi vom 09.11.2020
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