Aktionswoche „Jugend & Corona“

BDKJ fordert Perspektiven für Jugendverbandsarbeit

In seiner Aktionswoche fordert der BDKJ eine Öffnungsstrategie mit Fokus auf Kinder und Jugendliche

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) fordert eine „Öffnungsstrategie“, die einen Fokus auf Kinder und Jugendliche setzt und verlässliche Perspektiven schafft sowie außerschulische Freiräume, zum Beispiel in Ferienfreizeiten, ermöglicht. Im Rahmen der Aktionswoche „Jugend & Corona“ meldeten sich die Verbände mit einer klaren Forderung: mehr Aufmerksamkeit für junge Menschen im Kontext der Corona-Pandemie.

24.02.2022

In der Debatte rund um Öffnungsstrategien vermisst der Dachverband der katholischen Kinder- und Jugendverbände erneut die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen: „Aktuell wird viel über das Aufheben von Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie gesprochen. Wer dabei aber schon wieder zu kurz kommt:  Kinder und Jugendliche, die von den Folgen der Pandemie am längsten betroffen sein werden“, betont BDKJ-Bundesvorsitzende Daniela Hottenbacher und ergänzt: „Kinder und Jugendliche verzichten seit zwei Jahren auf so viel, sie brauchen endlich verlässliche Perspektiven und auch außerhalb von Schule echte Freiräume, wie z.B. in Ferienfreizeiten!“

Kinder und Jugendliche kommen schon wieder zu kurz

Auch die Jugendleiter/-innen in den Jugendverbänden brauchen Perspektiven. Seit zwei Jahren führen sie wo möglich Gruppenstunden auf Distanz oder digital durch und müssen schweren Herzens lange geplante und freudig erwartete Ferienfreizeiten absagen. Laut Hottenbacher brauchen die jungen Menschen, die viel Energie und Zeit in ihr ehrenamtliches Engagement stecken und große Verantwortung bei der Erarbeitung und Umsetzung von Hygiene- Konzepten übernehmen, insbesondere im Hinblick auf die Ferienzeiten eine Planungsperspektive für ihre Kinder- und Jugendgruppen – an Ostern, an Pfingsten und erst recht im Sommer. 

„Kann das mehrfach abgesagte Zeltlager nun endlich stattfinden? Dürfen alle Kinder mitfahren oder kann nur eine kleine Gruppe teilnehmen? Welche Hygienemaßnahmen müssen eingeplant werden? Das sind nur einige der Fragen, die den Jugendgruppen aber auch den Eltern, die jetzt ihren Sommer – Urlaub einreichen müssen, auf den Nägeln brennen,“ betont Daniela Hottenbacher.

Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen leidet unter Corona-Pandemie

Kinder und Jugendliche leiden unter einer anhaltenden Ungewissheit, was auch die aktuelle ‚COPSY‘-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigt, die auch Hottenbacher aufführt. Aus dieser wird deutlich, dass die psychische Gesundheit junger Menschen durch die Pandemie weiterhin stark belastet wird. Weiterhin treten deutlich häufiger psychosomatische Stresssymptome, wie Gereiztheit und Niedergeschlagenheit, sowie Kopf- und Bauchschmerzen bei Kindern und Jugendlichen auf, als vor der Pandemie. Auch die Angst um nahe Verwandte, der fehlende Austausch mit Gleichaltrigen und die Furcht davor, wie es weitergeht sorgen für Stress und eine hohe psychische Belastung.

Ein wichtiger Ausgleich für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ist neben der Familie der Austausch mit Gleichaltrigen. Die Kinder- und Jugendverbände bieten dabei die notwendigen Freiräume für diesen Austausch und dienen als beständiger Bezugspunkt in unsicheren Zeiten. Daher ist es laut Hottenbacher besonders wichtig, auch die außerschulische Jugend(verbands)arbeit während und auch nach der Corona-Pandemie stärker zu fördern. Junge Menschen dürfen aus Sicht der Gesellschaft nicht weiter nur auf ihre Funktion als Schüler/-innen begrenzt werden und insbesondere auch der Blick auf Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien muss laut Hottenbacher während der Pandemie geschärft werden.

Aktionswoche „Jugend & Corona“ setzt Zeichen

Auf Initiative des BDKJ-Bundesverbandes setzten in der Woche vom 14.-20. Februar 2022 katholische Kinder- und Jugendverbände im Internet und den sozialen Netzwerken ein Zeichen. Unter dem Motto „Jugend & Corona“ betonten sie in Statements, mit welchen Herausforderungen die Jugendverbandsarbeit während der Corona-Pandemie zu kämpfen hat und warum die außerschulische Jugendarbeit gerade jetzt so wichtig ist. 

„Kinder und Jugendliche leiden in der Corona-Pandemie besonders, ihre Interessen werden nicht berücksichtigt, weil ihre Stimme nicht gehört wird. Mit der Aktionswoche wollen wir die Landesregierungen und die Bundesregierung daran erinnern, in der Corona-Pandemie Kinder und Jugendliche mehr als bisher in den Blick zu rücken“, so Hottenbacher.

Alle Statements zur Aktionswoche finden sich online: www.bdkj.de/jugend-corona

Quelle: Bund der Deutschen Katholischen Jugend vom 18.02.2022

Redaktion: Laura Burger

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