Bildungspolitik

Bayerischer Jugendring unterstützt Hochschulproteste

Der Bayerische Jugendring (BJR) stellt sich an die Seite der protestierenden Studierenden sowie der Schüler/-innen. Seit 2005 fordert der BJR die Abschaffung der Studienbeiträge und hat zahlreiche sehr ähnliche und ergänzende Positionen zum Bildungssystem beschlossen.

01.12.2009

Der BJR fordert u.a. die Demokratisierung von Schule sowie die Stärkung der Schülermitverantwortung (SMV) und unterstützt in diesem Zusammenhang auch die Forderung nach einer Demokratisierung des Hochschulsystems durch die Stärkung der Mitspracherechte aller Beteiligten im Bildungssystem.

Gegen die zunehmende Verschulung des Hochschulsystems

Darüber hinaus positionierte sich der BJR-Hauptausschuss im Oktober 2009 gegen die zunehmende Verschulung des Hochschulsystems. Die „Gautinger Erklärung“ fordert die bayerische Staatsregierung auf, alle notwendigen schul- und hochschulpolitischen Maßnahmen zu ergreifen, damit Jugendliche und junge Erwachsene weiterhin über ausreichend freie Zeit verfügen, um sich neben ihrer Ausbildung gesellschaftlich engagieren zu können. Forderungen des BJR sind u.a. die Verbesserung der Freistellungsmöglichkeiten für ehrenamtliches Engagement, die Anerkennung ehrenamtlichen Engagements bei der Bewerbung um einen Studienplatz, z.B. als Wartesemester, oder die Anerkennung während des Studiums als Praktika oder Creditpoints sowie die Abschaffung von Pflichtveranstaltungen am Wochenende.

Auch an der Schule zeitliche Beanspruchung durch G8 und Ganztagsschule reduzieren

Auch die zeitliche Belastung von Schülerinnen und Schülern hat sich erhöht, etwa durch das G8 oder durch den Ausbau der Ganztagsschule. Anforderungen an Unterrichts- und Prüfungsvorbereitung haben zugenommen, Jugendliche haben immer weniger Zeit, ein kontinuierliches Ehrenamt etwa als Jugendleiter/-innen oder Verbandsvorsitzende auszuüben. Wollen sich Jugendgruppen am Nachmittag treffen, wird dies durch Ganztagsunterricht oder das G8 deutlich erschwert, denn der Nachmittagsunterricht einer Klassenstufe kann z.B. beim G8 von Schule zu Schule an einem anderen Tag liegen, sodass bei Schüler/-innen verschiedener Schulen unter Umständen kein gemeinsamer freier Nachmittag mehr zur Verfügung steht. Der BJR fordert daher u.a.: die Entschlackung der Lehrpläne, einen unterrichtsfreien Nachmittag pro Woche und ein Unterrichtsende um spätestens 16.00 Uhr sowie die Abschaffung von Hausaufgaben an Tagen mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht über die siebte Schulstunde hinaus.

Quelle: Bayerischer Jugendring

 

Redaktion: Ilja Koschembar

Back to Top