Interza 2025
Angehende Erzieher*innen aus aller Welt feiern erfolgreiche Ausbildung
Zum 12. Mal fand am Institut für Jugendarbeit in Gauting die „Interza“ statt. Der Kurs des Bayerische Jugendrings (BJR) bildet Menschen mit Migrationshintergrund zu Erzieher*innen aus und unterstützt sie mit fachlicher und sprachlicher Fortbildung. Er gilt als wichtiger Teil eines gesellschaftlichen Auftrags, zur Förderung von Zusammenhalt und Integration.
13.08.2025
Auch in diesem Jahr hat der BJR einen Jahrgang des Qualifizierungskurses „Interza“ (= internationale integrative Erzieher*innen-Ausbildung) erfolgreich verabschiedet. 21 Teilnehmende aus 14 verschiedenen Ländern (darunter Syrien und die Ukraine) starten nun fertig ausgebildet in ihr einjähriges Berufspraktikum. Danach dürfen sie die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte*r Erzieher*in“ führen. Der Kurs wird seit 2001 regelmäßig angeboten und richtet sich an Menschen mit Migrationshintergrund die Erzieher*innen werden wollen. Im Fokus steht die intensive fachliche und sprachliche Vorbereitung auf die Staatsprüfung. Die Ausbildung wurde erneut vom Institut für Jugendarbeit in Gauting koordiniert.
Eine der Absolventinnen ist Odalissa González de Kandler aus der Dominikanischen Republik. Sie machte in ihrer Abschlussrede deutlich, wie anspruchsvoll der Weg war:
„Die meisten von uns kommen aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Geschichten, Kulturen und Sprachen. Die deutsche Sprache war für viele von uns eine große Herausforderung – und trotzdem haben wir nicht aufgegeben. Neben dem Lernen haben wir Familien versorgt, gearbeitet, manchmal kaum geschlafen – aber wir haben weitergemacht. Wir haben uns durchgekämpft. Diese Ausbildung war für uns mehr als nur ein beruflicher Weg. Es war eine Reise, in der wir gewachsen sind – als Menschen, als Eltern, als Teil dieser Gesellschaft.“
Entsprechend Stolz zeigte sich auch Kursleiter Thomas Zängler:
„Das vordergründige Ziel war das Bestehen der Staatsprüfung. Aber der Kurs hat auch gezeigt, dass ein Zusammenleben und -arbeiten von Menschen aus aller Welt gelingen kann. Diese Menschen haben ein großes Potenzial für die Zukunft unserer Gesellschaft“.
Zängler dankte zudem den zahlreichen nebenberuflichen Lehrkräften für ihr Engagement, die normalerweise an Fachakademien und Gymnasien unterrichten.
Der „Interza“-Kurs ist ein Aushängeschild des Bayerischen Jugendrings und wichtiger Teil seines gesellschaftlichen Auftrags. Maria Klimovskich vom BJR-Landesvorstand sieht darin die Chance, dass der
„Zusammenhalt in einer Migrationsgesellschaft weiter steigt. Der BJR setzt sich seit vielen Jahren für die Integration von vor allem Kindern und Jugendlichen mit Flucht und/oder Migrationserfahrung ein.“
Finanziert wurde das Projekt durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales (StMAS), ein wichtiger Kooperationspartner zur Durchführung war erneut die Regens Wagner Fachakademie für Sozialpädagogik in Rottenbuch. Dort fanden auch die Prüfungen statt.
Der nächste Interza-Kurs beginnt im Dezember 2025. Bewerbungen sind bereits möglich.
Quelle: Bayerischer Jugendring vom 04.08.2025
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