Diskriminierung
Zum Umgang mit Macht und Rassismuskritik in Organisationen
Das Deutsche Institut für Menschenrechte fokussiert auf die Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung sowohl in seinen Publikationen als auch in internen Prozessen. Sandra Reitz gibt persönliche Einblicke in die Umsetzung rassismuskritischer Maßnahmen und betont die Bedeutung von kontinuierlichem Lernen und der Reflexion eigener Fehler.
03.02.2026
Der Schutz vor Diskriminierung und Rassismus sowie die Unterstützung im Umgang damit sind fester und zentraler Bestandteil der Arbeit des Deutschen Instituts für Menschenrechte – in Form von Publikationen, aber auch in seinen internen Prozessen: Wie sorgen wir für diskriminierungskritischere Einstellungsverfahren, wie für effektive Beschwerdeverfahren? Die neu vorliegende Reflexion macht einige dieser internen Diskussionen, Prozesse und Strukturen transparenter.
Dabei wird deutlich, dass rassismuskritische Organisationsentwicklung – also die Bearbeitung von Rassismus in den eigenen Strukturen und Verfahren – eine fortlaufende Lerngeschichte ist. Sie kann nicht einfach für abgeschlossen erklärt werden, sondern muss immer wieder Impulse aus Wissenschaft und Praxis aufnehmen.
Eigene Fehler ansprechen
Der Text gibt persönliche Einblicke in die Erfahrungen der Autorin Sandra Reitz, die aktuell die Stabsstelle Grundsatzfragen der Menschenrechtsbildung des Instituts innehat: wie sich Konsequenzen aus der Rassismuskritik ziehen und sich in die Alltagspraxis umsetzen lassen. Dabei spricht die weiße Veranstalterin von Bildungsangeboten und ehemalige Abteilungsleiterin auch eigene Fehler an.
Ihr Anliegen: Sie möchte Hinweise geben, die ihr selbst gefehlt haben: Darauf, wie Rassismus konkret in dominant weißen Institutionen wirkt und welche Gedanken sich weiß privilegierte Personen dazu machen sollten. Etwa darüber, dass auch Bürokratie rassistisch wirken kann, wie wichtig und zugleich fragil Vertrauen ist und dass rassismuskritisches Lernen nicht auf Kosten von People of Colour gehen sollte. Es wird deutlich: Die Lernprozesse hin zu diesen Erkenntnissen verlaufen keinesfalls einfach und geradlinig, sondern sie verursachen Verletzungen und sind von Scheitern durchsetzt.
Menschenrechtsbildung zum Mitdenken
Auch im Bildungskontext ist Rassismus aus menschenrechtlicher Perspektive höchst relevant. Dabei geht es darum, mehr Wissen über die Zusammenhänge von Menschenrechten und Rassismus zu vermitteln, aber auch darum, alle Bildungsprozesse möglichst diskriminierungskritisch, inklusiv und partizipativ zu gestalten. Zudem sind im Kontext von Rassismus der Umgang mit Fehlbarkeiten und mit Emotionen wichtige Aspekte.
Der Text lädt zum Mitdenken ein und regt dazu an, sich als Einzelperson und als Institution in Bezug auf den Schutz vor Rassismus weiterzuentwickeln. Ganz besonders dazu eingeladen werden Personen in Machtpositionen, die aus ihrer Rolle heraus eine besondere Verantwortung tragen. Dies können Vorgesetzte sein, Bildungspraktiker*innen oder auch Personen mit informeller Macht, etwa, weil sie schon länger in einer Organisation arbeiten als andere. Grundsätzlich sind aber alle Menschen aufgerufen, zum Abbau von Rassismus beizutragen, weshalb sich der Text auch an alle Menschen unabhängig von ihrer konkreten Rolle in einer Institution richtet.
Quelle: Deutsches Institut für Menschenrechte vom 06.01.2026
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