Terre des Hommes
Zum Ergebnis der COP30: An wichtigen Stellen fehlt es an Substanz
Terre des Hommes kritisiert das Ergebnis der COP30 in Belém, Brasilien, bezüglich des Schutzes von Kinderrechten. Trotz der aktiven Beteiligung Jugendlicher fehlt es an substanziellen Maßnahmen und praktischer Umsetzung. Insbesondere mangelt es an Einigungen zur Kompensation kindesspezifischer Schäden durch Klimawandel.
03.12.2025
Zum Abschluss der 30. Weltklimakonferenz in Belém, Brasilien, zieht die Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes ein gemischtes Fazit:
„Als Kinderrechtsorganisation messen wir das Ergebnis der Weltklimakonferenz daran, ob der überfällige Schutz der Rechte von Kindern und Jugendlichen erkennbar geworden ist. Das ist leider nicht wirklich der Fall: Jugendlichen wurde zwar eine wichtige Rolle und aktive Beteiligung zugesprochen, doch an anderen wichtigen Stellen fehlt es an Substanz, vor allem an der praktischen Umsetzung beschlossener Kinderrechte“,
so Terre des Hommes-Vorstandssprecher Joshua Hofert.
„Ein Beispiel ist der Fonds für Klimaschäden: Hier sollen Kinder und Jugendliche einerseits an Entscheidungen beteiligt werden. Andererseits gab es keine Einigung zur Kompensation kindesspezifischer Schäden: Kinder und Jugendliche, die infolge des Klimawandels Beeinträchtigungen in ihrer Entwicklung, Bildung oder Gesundheit erfahren, bekommen also weiter keine Entschädigung. Kinder zwar zu beteiligen, ihnen aber keinen Anspruch auf Entschädigung zu gewähren, lässt nur den Schluss zu, dass sie nicht ernst genommen werden.“
Im Vorfeld der Weltklimakonferenz hatte Terre des Hommes gemeinsam mit neun weiteren Kinderrechts- und Umweltorganisationen gefordert, die Rechte heutiger und kommender Generationen von Kindern und Jugendlichen zur Grundlage aller klimapolitischen Entscheidungen zu machen.
Terre des Hommes-Vertreter*innen waren zudem in Belém vor Ort und arbeiteten auf der Klimakonferenz dafür, dass die Rechte und Stimmen von Kindern und Jugendlichen in den Verhandlungen und Beschlüssen berücksichtigt wurden.
Célia Alldridge, Terre des Hommes-Projektkoordinatorin in Brasilien, weist dabei auch auf positive Ergebnisse hin:
„Die Klimakrise ist immer auch eine Frage der Generationengerechtigkeit und sie kann ohne die Perspektive von Kindern und Jugendlichen nicht fair bewältigt werden. Im Vergleich zu früheren COPs haben sich Kinder und Jugendliche hier in Belém deutlich stärker einbringen können – mit dem Ergebnis, dass zum Beispiel im Text zur Klimaanpassung die besondere Gefahr berücksichtigt wird, die der Klimawandel für Kinder darstellt. Das sind gute Ansätze, aber wie immer kommt es in der Klimapolitik jetzt vor allem darauf an, dass den Worten Taten folgen und die großen Hebel für den Klimaschutz bewegt werden.“
Quelle: Terre des Hommes vom 22.11.2025
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