Bayern

Zukunftsinvestitionen gefordert – Perspektiven für junge Menschen schaffen, Demokratie stärken

Die BJR-Vollversammlung fordert eine Investitionsoffensive in Bildung, Klimaschutz, Arbeitsmarkt und Infrastruktur. Anlässlich des 500-Milliarden-Sondervermögens betont der BJR die Notwendigkeit gezielter Zukunftsinvestitionen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und jungen Menschen Perspektiven zu bieten.

04.04.2025

Auf ihrer 166. Vollversammlung haben die Delegierten des Bayerischen Jugendrings (BJR) anlässlich des kürzlich beschlossenen 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens Investitionen in Bildung, soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz und Infrastruktur gefordert: 

„Jetzt braucht es eine gezielte Investitionsoffensive in die Zukunft, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt, die Demokratie sichert und vor allem der jungen Generation die dringend benötigten Perspektiven und Chancen eröffnet“, 

heißt es in dem Beschluss, der eine Abschaffung der Schuldenbremse fordert. Dies seien 

„nicht nur wirtschaftliche Notwendigkeiten, sondern auch ein politisches Statement für eine Demokratie, die im 21. Jahrhundert noch relevant und handlungsfähig bleiben will."

BJR-Präsident Philipp Seitz betont:

„Junge Menschen engagieren sich mit Leidenschaft für die Gesellschaft und bringen wichtige Zukunftsperspektiven ein. Sie verdienen unsere volle Unterstützung bei den vielfältigen Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind. Steigende Kosten für Wohnen und Mobilität, Infrastrukturdefizite bei der Digitalisierung sowie Zukunftssorgen angesichts von Klimawandel und globalen Konflikten belasten ihren Alltag. Jetzt ist der Moment, mit einer gezielten Investitionsoffensive in die Zukunft junger Menschen zu investieren, ihre Teilhabechancen zu verbessern und ihnen konkrete Perspektiven zu eröffnen. Dazu gehören insbesondere massive Investitionen in Jugendarbeit und außerschulische Bildung, denn sie bieten jungen Menschen Orientierung, Selbstwirksamkeit und die Chance, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. So stärken wir nicht nur die junge Generation, sondern auch das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit unserer demokratischen Institutionen. Wir gehen fest davon aus, dass erhebliche Investitionen in die Infrastruktur junger Menschen fließen.“

Der BJR-Präsident erwartet auch von den Koalitionsverhandlungen in Berlin ein klares Signal:

„Wir erwarten von der Bundesregierung massive Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur und Strukturen für junge Menschen sowie in die Jugendarbeit. Räume für Gemeinschaft und Selbstwirksamkeit sind gerade in Zeiten von multiplen Krisen für junge Menschen elementar wichtig. Wir brauchen jetzt wirksame Investitionen in die junge Generation, denn die Jugend ist nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart, das Hier und Jetzt.“

Als Lern- und Erfahrungsort der Demokratie bildet die Jugendarbeit eine wichtige Stütze der Gesellschaft. So sind beispielsweise die Jugendbildungsstätten ein wichtiger Pfeiler in der Infrastruktur der Jugendarbeit; sie und ähnliche Einrichtungen benötigen ein Investitionsprogramm des Bundes. Es sei wichtig, sie energetisch sanieren, barrierefrei gestalten und zukunftssicher machen zu können, betont der BJR-Präsident. Für Aktive in der Jugendarbeit, Vereine und Verbände stellen sie wertvolle außerschulische Lern- und Begegnungsräume zur Verfügung, sind Partner bei der Angebotsgestaltung und bieten Fort- und Weiterbildungsangebote zur kontinuierlichen Qualifikation von ehrenamtlich Tätigen.

Investitionen in Klimaschutz, Arbeitsmarkt, Bildung – für eine Stärkung der Demokratie

Die BJR-Vollversammlung richtete den Blick auf Zukunftsfragen der jungen Generation:

„In einer Zeit, in der gesellschaftliche und ökologische Krisen drängender denn je sind, darf die Politik nicht in alten Denkmustern verharren, sondern muss mutige und zukunftsfähige Entscheidungen treffen,“

so der Beschluss. Zu den konkreten Forderungen gehören:

  • eine Investitionsoffensive für Klimaschutzmaßnahmen, nachhaltige Energiegewinnung und eine ökologische Transformation der Wirtschaft; Subventionen für fossile Energieträger sollen schrittweise abgebaut werden
  • eine Anhebung der deutschen Bildungsausgaben mindestens auf das Niveau vergleichbarer OECD-Staaten; Bund und Länder sollen zusätzliche Mittel für die Sanierung von Schulen und Hochschulen, für digitale Infrastruktur sowie für die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen bereitstellen
  • eine bedarfsgerechte Grundsicherung und eine Anhebung des Mindestlohns
  • eine stärkere Besteuerung großer Vermögen und hoher Einkommen, insbesondere durch eine Reform der Vermögens- und Erbschaftssteuer; zudem sollen klimaschädliche Unternehmen höhere Abgaben leisten

Die 166. Vollversammlung des BJR tagte vom 21. bis 23. März in Augsburg. Sie ist das höchste beschlussfassende Gremium der Jugendarbeit in Bayern. Die Delegierten bestimmen die landesweiten Leitlinien, Ziele und Aufgaben des BJR und entscheiden über grundlegende Fragen der Gesamtorganisation.

Quelle: Bayerischer Jugendring (BJR) vom 23.03.2025