Berufliche Bildung

Zukunftsfähig bleiben – Thesen für eine bessere Berufsbildung

Eine erwachsene Person sitzt mit einem Tablet vor einem Regal auf dem Aktenordner stehen, um sie herum sitzen Jugendliche mit Blöcken in der Hand

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat zusammen mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) ein Wissenschaftliches Diskussionspapier (WDP) zur Weiterentwicklung der Berufsbildung veröffentlicht.

25.04.2022

Grundlagen einer modernen Berufsbildung

Gegenstand des WDP ist die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung. Dazu hat eine Arbeitsgruppe neun Thesen entwickelt, aus denen Handlungsempfehlungen für wichtige Phasen beruflicher Bildung abgeleitet wurden: Es geht um berufliche Orientierung, das Übergangssystem, die duale Berufsausbildung, die Berufsbildung im Pflegebereich, die formale berufliche Weiterbildung, die non-formale berufliche Weiterbildung, die Übergänge zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung, die Qualifizierung des Berufsbildungspersonals, Entrepreneurship und Intrapreneurship. Darüber hinaus hat die Arbeitsgruppe grundlegende Prinzipien formuliert, die eine moderne Berufsbildung ausmachen und die den Thesen als „+1-Komponente“ voranstehen.

Berufliche Bildung attraktiver gestalten

Sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben bei der Erstellung des WDP mitgewirkt. Die Leitung der Arbeitsgruppe hatten BIBB-Präsident Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser und Prof. Dr. Karl Wilbers, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung an der FAU. Anlass der Publikation sind zwei zentrale Erkenntnisse. Auf der einen Seite steht der Bedarf an einer ausreichenden Anzahl qualifizierter Fachkräfte, um die anstehenden Herausforderungen, insbesondere die demographische Entwicklung, die Dekarbonisierung sowie die Digitalisierung, bewältigen zu können. Auf der anderen Seite dokumentiert die Entwicklung der Ausbildungsvertragszahlen in den vergangenen Jahren: Der Weg über eine berufliche Ausbildung in eine sichere Beschäftigung oder in die Selbständigkeit ist offensichtlich immer weniger attraktiv.

BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser betonte in diesem Zusammenhang: „Angesichts der Bedingungslage und der Herausforderungen, die die Transformation mit sich bringt, muss die berufliche Bildung zwingend zukunftsfester werden. Wir dürfen uns dabei nicht scheuen, auch neue Wege zu gehen!“  

Prof. Dr. Karl Wilbers hob hervor: „Das Ziel der Arbeitsgruppe 9+1 ist es, wissenschaftlich gut gestützte und konkrete Hinweise zur Weiterentwicklung der Berufsbildung vorzulegen, und zwar in der ganzen Breite“.

Mitwirkende der Arbeitsgruppe

Der „Arbeitsgruppe 9+1“ gehörten an:

  • Prof. Dr. Taiga Brahm, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Lehrstuhl für Ökonomische Bildung und Wirtschaftsdidaktik;
  • Prof. Dr. Hubert Ertl, Bundesinstitut für Berufsbildung und Universität Paderborn, Professur für Berufsbildungsforschung;
  • Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, Bundesinstitut für Berufsbildung, Honorarprofessor an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln;
  • Prof. Dr. Dietmar Frommberger, Universität Osnabrück, Fachbereich 3 – Berufs- und Wirtschaftspädagogik;
  • Prof. Dr. Birgit Reißig, Deutsches Jugendinstitut, Leiterin FSP Übergänge im Jugendalter und der Außenstelle Halle;
  • Prof. Dr. Karl Wilbers, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung;
  • Prof. Dr. Lars Windelband, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd, Institut für Bildung, Beruf und Technik.

Das WDP „Zukunftsfähig bleiben! 9+1 Thesen für eine bessere Berufsbildung“ sowie eine Kurzfassung davon können auf den Internetseiten des BIBB nachgelesen werden.  

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vom 06.04.2022

Redaktion: Johanna Fock

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