80 Jahre UNICEF
„Zukunft ist kein Zufall“ – UNICEF ruft zum Zusammenstehen für Kinder auf
UNICEF fordert angesichts globaler Krisen und Kürzungen von Hilfsgeldern zum Schutz von Kindern auf. Beim Neujahrsgespräch in Schloss Bellevue betont UNICEF die Notwendigkeit, Kinder weltweit mit Nahrung, Bildung und Gesundheit zu unterstützen. Trotz Fortschritten wie gesunkener Kindersterblichkeit gefährden Konflikte und Klimawandel zunehmend Kinder. Kürzungen bedrohen UNICEF-Programme.
06.03.2026
Vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen und Konflikte und gleichzeitig drastischen Kürzungen von Hilfsgeldern ruft UNICEF dazu auf, für Kinder und ihre Zukunft zusammenzustehen und sie verlässlich zu schützen und zu stärken - gerade jetzt. Beim traditionellen Neujahrsgespräch bringt UNICEF Deutschland heute Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie Jugendliche auf Einladung von Elke Büdenbender in Schloss Bellevue zusammen. Die Veranstaltung mit dem Titel „Zukunft ist kein Zufall” bildet den Auftakt zum Jubiläumsjahr von UNICEF, das mit dem Geburtstag am 11. Dezember endet. Vor 80 Jahren wurde das UN-Kinderhilfswerk als Reaktion auf die verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs gegründet.
„Vieles in unserem Leben ist Zufall – die Zukunft hingegen ist es nicht. Sie ist die Folge von Entscheidungen, die wir heute treffen. Für die beste aller möglichen Zukünfte müssen wir Kinder und Jugendliche weltweit unterstützen: mit Nahrung, Wasser, Gesundheit und Bildung, aber auch mit Zuwendung, digitalem Kinderschutz und Stärkung der mentalen Gesundheit“,
sagt UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender.
„Die Schicksale von Kindern in der Ukraine, im Sudan oder in Gaza machen deutlich: Sie sind die ersten Opfer von Krieg und Konflikten – aber gleichzeitig auch unsere größte Hoffnung für eine Zukunft in Frieden. Gemeinsam mit UNICEF setzt sich die deutsche Entwicklungspolitik weltweit für ihren Schutz ein – etwa durch lebensrettende Ernährungsprogramme und den Zugang zu Bildung oder sauberem Wasser. UNICEF leistet seit 80 Jahren unverzichtbare Arbeit für Kinderrechte weltweit, gerade auch in Regionen, in denen staatliche Strukturen versagen und Hilfe nur schwer ankommt. Als Entwicklungsministerin ist mir unsere enge Partnerschaft sehr wichtig, denn gemeinsam können wir für Kinder auch in den schwersten Krisen Perspektiven eröffnen“,
sagt Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan.
„Das universelle Mandat von UNICEF bleibt unverzichtbar. Denn eine gute Zukunft entsteht nicht von selbst: Sie braucht Bedingungen, unter denen Kinder sicher und gesund aufwachsen können. Und sie verlangt den Mut, auch dann zu handeln, wenn die Aufgaben groß sind. Der entschlossene Einsatz für Kinder ist auch ein Einsatz für eine friedlichere und stabilere Welt von morgen“,
meint Georg Graf Waldersee, Vorsitzender von UNICEF Deutschland.
80 Jahre nach Gründung: mehr Kinder in Konfliktgebieten denn je
Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF wurde am 11. Dezember 1946 gegründet, um notleidenden Kindern in Europa und anderen kriegsversehrten Regionen mit Nahrung, medizinischer Versorgung und Bildung zu helfen. Mittlerweile ist UNICEF in über 190 Ländern im Einsatz und leistet im Rahmen seines dualen Mandats Nothilfe, um akut Leben zu retten, sowie langfristige Hilfe, um dauerhaft Perspektiven zu schaffen.
Durch seine langjährige weltweite Expertise und sein breites Netzwerk an Partnern hat UNICEF zu entscheidenden Fortschritten für Kinder beigetragen. So ist zum Beispiel die Kindersterblichkeit bei unter Fünfjährigen seit 1990 um 60 Prozent gesunken – dank einfacher Gesundheitsversorgung, sicherem Trinkwasser und Nahrung. Impfungen haben in den letzten 50 Jahren 154 Millionen Leben gerettet, und mehr Kinder gehen zur Schule als je zuvor.
Trotz der Fortschritte sind die aktuellen Herausforderungen für Kinder und die Verwirklichung ihrer Rechte gewaltig. Kriege, Vertreibung und die Folgen des Klimawandels bringen immer mehr Kinder in Gefahr. Fast jedes fünfte Kind lebt in einem Konfliktgebiet – so viele wie nie zuvor. Rund 50 Millionen Kinder sind aufgrund von Gewalt und Konflikten auf der Flucht. Fast die Hälfte aller Kinder wächst schon heute in Ländern auf, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind.
Kürzungen von Hilfsgeldern mit dramatischen Folgen für Kinder
Zurzeit werden humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit zunehmend hinterfragt und die Mittel dafür zum Teil drastisch gekürzt. Auch der weltweite Einsatz von UNICEF für Kinder ist davon betroffen. UNICEF-Teams müssen bereits lebensrettende Maßnahmen in Ländern wie dem Sudan und Afghanistan einschränken. Fast 15 Millionen Kinder und Mütter drohen den Zugang zu Ernährungsprogrammen zu verlieren, Impfprogramme geraten ins Stocken, und erstmals seit 30 Jahren könnte die Kindersterblichkeit wieder ansteigen.
Quelle: UNICEF Deutschland vom 24.02.2026
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