„Uns geht's gut?“
„Wohlbefinden ist kein Sahnehäubchen, sondern Kern der Schulqualität!“
Anja Bensinger-Stolze von der GEW betont, dass Schulen gesunde und wertschätzende Orte sein müssen, um die psychische und physische Resilienz von Schüler*innen zu stärken. Sie unterstützt die Forderung nach mehr Schulsozialarbeit und betont, dass Wohlbefinden ein zentraler Indikator für Schulqualität sein sollte.
14.11.2025
„Schulen müssen als sichere, gesunde und wertschätzende Orte erlebt werden. Angesichts alarmierender Befunde zur psychischen Gesundheit der Schülerinnen und Schülern ist es von zentraler Bedeutung, Räume für soziale Beziehungen, Erfolgserlebnisse und Selbstwirksamkeit zu eröffnen und die psychische wie physische Resilienz der Kinder und Jugendlichen zu fördern“,
sagte Anja Bensinger-Stolze, Vorstandsmitglied Schule der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), mit Blick auf den heutigen Start der Kampagne „Uns gehts gut?“ der Bundesschülerkonferenz (BSK).
Bensinger-Stolze begrüßte, dass die Schüler*innen auch die Entlastung der Lehrkräfte auf die Agenda setzten.
„Spätestens seit der Corona-Pandemie erreichen uns regelmäßig Studien, die zeigen, dass Lehrkräfte und Lernende mit gestiegenen Belastungen und psychischen wie gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben. Jüngst hatte auch die Begleitumfrage des IQB-Bildungstrends ergeben, dass die ‚seelische Gesundheit‘ der Schülerinnen und Schüler nicht wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht habe. Dies wird in den schulpolitischen Diskussionen über das sinkende Leistungsniveau an Schulen viel zu wenig berücksichtigt. Statt immer mehr Diagnosen und Tests einzuführen, muss das Schulsystem Leistung, Chancengleichheit und Wohlbefinden als gleichwertige Säulen sichern. So, wie es die skandinavischen Länder und Kanada vormachen. Schulen müssen Orte sein, an denen sich alle Beteiligten gerne aufhalten, weil sie gute, gesundheitsfördernde und ganzheitlich gestaltete Lern- und Arbeitsbedingungen haben“,
betonte die GEW-Schulexpertin.
Bensinger-Stolze unterstützte ausdrücklich die Forderung der Schüler*innen nach mehr Schulsozialarbeit und schulpsychologischer Betreuung. „Zugleich fordern wir, das Wohlbefinden der Lehrenden und Lernenden nicht als Sahnehäubchen zu betrachten, sondern in den Rang eines Indikators für Schulqualität zu erheben, der auch im Startchancenprogramm des Bundes und der Länder berücksichtigt werden sollte“, unterstrich die GEW-Schulexpertin.
Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vom 30.10.2025
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