Forschungsprojekt You-Con

Wie erleben junge Menschen Einsamkeit?

Gemeinsam mit Betroffenen erforschen der ISS e.V. und die Universität Hildesheim Einsamkeitserfahrungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 30 Jahren. Das Projekt soll auch Aufschluss über Schutzfaktoren geben und zur Entwicklung von Hilfsangeboten beitragen.

01.09.2026

Spätestens die Covid19-Pandemie zeigte: Jungen Menschen fällt es schwerer, Freundschaften zu schließen und sich in ihrem Umfeld zugehörig zu fühlen. Genau hier setzt das Forschungsprojekt Young & Connected (YouCon) an: Wie erleben junge Menschen Einsamkeit? Wie sprechen sie darüber? Und was kann soziale Verbundenheit stärken? Das untersuchen das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. (ISS) und das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim in einer Forschungskooperation. Ziel ist es, fundierte und praxisnahe Ansätze für Prävention und Unterstützung zu entwickeln.

Bundesministerien Karin Prien:

„Immer mehr junge Menschen fühlen sich einsam. Das ist eine herausfordernde Entwicklung, die sich auf viele ihrer Lebensbereiche auswirken kann. Deshalb ist es wichtig, besser zu verstehen, wie Einsamkeit bei jungen Menschen entsteht. Im Koalitionsvertrag haben wir darum vereinbart, Einsamkeit bei jungen Menschen gezielt zu erforschen. Das Projekt „Young & Connected“ setzt genau hier an.
Die Erkenntnisse des Forschungsprojektes helfen uns dabei, besser zu verstehen wie Einsamkeit bei jungen Menschen verringert und vorgebeugt werden kann – und welche Unterstützung sie tatsächlich brauchen. Gleichzeitig haben wir die Allianz gegen Einsamkeit etabliert. Auch hier können die Erkenntnisse gezielt einfließen und dazu beitragen, das Thema und mögliche Lösungen in der Breite sichtbar zu machen.“

Mit dem Forschungsprojekt Young & Connected (YouCon) rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das lange zu wenig beachtet wurde: Einsamkeit bei jungen Menschen. Noch immer wird Einsamkeit oft vor allem mit hohem Alter verbunden. Dabei zeigen aktuelle Studien[1], dass auch Jugendliche und junge Erwachsene häufig betroffen sind. Gerade in einer Lebensphase, die von Übergängen und Unsicherheiten geprägt ist, können Einsamkeitserfahrungen stark belasten – etwa beim Wechsel von der Schule in Ausbildung oder Studium, nach einem Umzug oder wenn Freundschaften und andere soziale Kontakte sich auflösen.

Im Fokus stehen unterschiedliche Lebenslagen, zum Beispiel junge Menschen mit Armutserfahrungen, Beeinträchtigungen, Fluchtgeschichte oder psychosozialen Belastungen. Untersucht wird auch, welche Rolle die Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheitsdienste oder Soziale Medien dabei spielen. Im Projekt YouCon werden junge Menschen nicht nur befragt, sondern aktiv einbezogen. Geplant sind unter anderem Gruppengespräche und partizipative Formate. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in praxisnahe Empfehlungen zu übersetzen und die Prävention von Einsamkeit dort zu stärken, wo junge Menschen leben, lernen und Unterstützung finden.

Im August 2026 startet YouCon eine Online-Befragung unter jungen Menschen. Sie soll erste Hinweise darauf liefern, wie Jugendliche und junge Erwachsene Einsamkeit erleben und in welchen Lebenssituationen sie besonders relevant wird. Darauf folgen partizipative Forschungsformate, damit junge Menschen nicht nur ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen, sondern weitere Schritte aktiv mitgestalten können.

Ergebnisse werden Ende 2027 erwartet. Das Projekt wird mit insgesamt 630.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.

Link zur Projektwebseite: Young & Connected (YouCon): Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V.

Quelle: Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) e.V. vom 19.08.2026

Redaktion: Lena Gabert