Lieferkettengesetz
Wie Bürokratieabbau in Deutschland Kinderarbeit in Beschaffungsländern erhöht
Save the Children warnt vor der Abschaffung des Lieferkettengesetzes. Es gefährdet Kinderrechte weltweit. Ohne verbindliche Regeln drohen mehr Kinderarbeit und Ausbeutung. Die Organisation fordert, das deutsche LkSG zu erhalten und die EU-Richtlinie in voller Stärke umzusetzen – für echten Schutz entlang der gesamten Lieferkette.
17.06.2025
Angesichts der Pläne, das deutsche Lieferkettengesetz (LkSG) abzuschaffen und auch die EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) zu kippen, fordert die Kinderrechtsorganisation Save the Children, die Gesetze aufrechtzuerhalten, um die Rechte von Kindern in globalen Lieferketten zu
schützen.
Anne Reiner, Expertin für Kinderrechte in Lieferketten bei Save the Children Deutschland, sagt:
„Was als Bürokratieabbau verkauft wird, bedeutet in der Realität: mehr Kinderarbeit, mehr Ausbeutung und die Zerstörung von Lebensgrundlagen. Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass das Lieferkettengesetz für Unternehmen zumutbar und umsetzbar ist. Ohne gesetzliche Regelungen folgt ein Rückschritt in die Freiwilligkeit von menschenrechtlicher Sorgfalt – und das wird zu einem Anstieg von Kinderarbeit in globalen Lieferketten führen. Gerade jetzt brauchen wir ein starkes Zeichen für Kinderrechte von der Politik, Unternehmen und der Zivilgesellschaft.
Wir fordern, dass das deutsche Lieferkettengesetz nicht abgeschafft und die EU-Lieferkettenrichtlinie in ihrer verabschiedeten Fassung beibehalten wird. Nur so können wir die Rechte von Kindern dort schützen, wo die größten Risiken bestehen: auf den unteren, oftmals unsichtbaren Ebenen der
Lieferkette. Eine Verwässerung der CSDDD, wie im Rahmen des Omnibus-Entwurfes der EU-Kommission vorgeschlagen, würde die Sorgfaltspflicht auf die direkten Zulieferer beschränken und Kinderarbeit damit nicht beenden, sondern in die tieferen Lieferkettenstufen verdrängen, während nach außen das Bild
einer gerechten Lieferkette und vorzeigbaren Konsumwelt gezeichnet wird. Der Grund dafür ist, dass die meisten Fälle von Kinderarbeit sowie weitere Menschenrechtsrisiken in der vorgelagerten Lieferkette liegen, also bei kleinen, oft informellen Betrieben oder in Gegenden, aus denen Rohstoffe wie
Baumwolle, Kakao und Kobalt herkommen. Nur, wenn wir hier genauer hinschauen und ein risikobasiertes Vorgehen über die gesamte Lieferkette sicherstellen, schaffen wir Wirkung für Menschen und Umwelt, wo sie am nötigsten ist.Wir wissen durch unsere Zusammenarbeit mit Unternehmen aus erster Hand, dass wirtschaftliches Gewinnstreben und das Einhalten menschenrechtlicher Sorgfalt entlang der gesamten Lieferkette keine Gegensätze sein müssen. Eine faire Umsetzung ist möglich und auf mittlere Sicht eine Grundbedingung
für resiliente globale Lieferketten. Diese Sorgfaltspflichten sind im Kampf gegen Kinderarbeit unabdingbar und für Unternehmen finanziell und organisatorisch realisierbar – das bestätigen uns auch viele unserer Unternehmenspartner*innen.“
Quelle: Save the Children vom 05.06.2025
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