Bildungsforschung

Verhältnis von formaler und non-formaler Bildung: Hans-Böckler-Stiftung fördert kooperatives Promotionskolleg

Lernprozesse aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen erforschen – das ist das Ziel eines neuen kooperativen Promotionskollegs, das an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) und der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg (OHM) eingerichtet wird.

09.05.2012

Das Kolleg trägt den Titel „Bildung als Landschaft“ und wird von der Hans-Böckler-Stiftung für einen Zeitraum von zunächst drei Jahren finanziert.

„Dem Promotionskolleg liegt der Gedanke zugrunde, dass Kinder und Jugendliche nicht nur in der Schule lernen, sondern auch an zahlreichen anderen Orten und in anderen Situationen, etwa im Sportverein, in der Musikschule, in der Familie oder einfach beim Spielen“, erläutert Prof. Dr. Annette Scheunpflug, Inhaberin des Lehrstuhls für Allgemeine Erziehungswissenschaft I, die das Kolleg an der FAU betreut und zugleich dessen Sprecherin ist. Die Wissenschaftler unterscheiden zwischen dem Lernen in der Schule, was sie als formale Bildung bezeichnen, und dem Lernen in allen anderen Situationen außerhalb der Schule, der non-formalen Bildung.

„Häufig nehmen Kinder und Jugendliche das, was sie sich in und außerhalb der Schule als Bildung aneignen, wenig oder gar nicht aufeinander bezogen wahr, etwa den Informatikunterricht und das Computerspielen mit der Clique“, sagt Prof. Dr. Gerhard Riemann von der Fakultät Sozialwissenschaften der Georg-Simon-Ohm-Hochschule. Genau an diesem Punkt setzt das Promotionskolleg an: Die beteiligten Wissenschaftler wollen untersuchen, welchen Einfluss die häufig voneinander getrennten Orte formaler und non-formaler Bildung auf die Lernprozesse der Kinder und Jugendlichen haben. Anhand der Ergebnisse wollen sie dann zum Beispiel bei Lehrern das Verständnis für diese Prozesse schärfen.

Das Promotionskolleg richtet sich an Absolventen von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, die die Studiengänge Soziale Arbeit, Religionspädagogik oder Studiengänge aus dem Bereich der Erwachsenenbildung studiert haben sowie an Absolventen der Lehramtsstudiengänge für Grund-, Haupt- und Realschulen mit mindestens erstem Staatsexamen. Das Kolleg ist explizit auch für Berufserfahrene geöffnet. „Viele Angehörige dieses Personenkreises haben einen auf die Promotion bzw. die dort geforderte Forschungskompetenz bezogenen Nachqualifizierungsbedarf“, erläutert Prof. Dr. Beate Hofmann von der Evangelischen Hochschule. „Mit dem Promotionsprogramm haben wir auf diese Nachfrage reagiert.“

Das Promotionskolleg wird durch die Hans-Böckler-Stiftung mit insgesamt acht Stipendien gefördert. Interessierte können sich noch bis zum 25. Juni 2012 auf ein Stipendium bewerben.

Weitere Informationen über das Promotionskolleg und das Bewerbungsverfahren sowie eine Übersicht über die einzelnen Forschungsfelder gibt es im Internet unter
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Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

Redaktion: Ilja Koschembar

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