Schleswig-Holstein
Unterstützung für junge pflegende Angehörige
Rund sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland pflegen Angehörige. Sozialministerin Aminata Touré forderte im schleswig-holsteinischen Landtag mehr Bundesunterstützung und betonte die Bedeutung von Angeboten wie dem Pflege-Nottelefon und Projekten wie Young Carers. Sie plädierte für verbesserte Online-Informationen und bedarfsgerechte Angebote.
01.12.2025
Rund sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland übernehmen regelmäßig die Pflege von Familienangehörigen oder Bekannten. Sozialministerin Aminata Touré hat vor diesem Hintergrund heute im schleswig-holsteinischen Landtag für die bestehenden Unterstützungsangebote des Landes geworben und zugleich den Bund aufgefordert, den jungen pflegenden Angehörigen stärker unter die Arme zu greifen.
„Einige Kinder und Jugendliche erfahren schon in jungen Jahren, was es bedeutet, Verantwortung für ein Elternteil oder andere Familienangehörige zu übernehmen. Wir als Erwachsene müssen Angebote für diese jungen Menschen schaffen, die sie noch besser erreichen“, sagte die Ministerin. Sie verwies auf die bestehenden Angebote im Land, wie das Pflege-Nottelefon für junge Menschen, über das diese sich kostenlos und anonym beraten lassen können. Zudem fördert das Land den Verein wir pflegen!, der auch Veranstaltungen explizit für junge Menschen anbietet. Darüber hinaus leisten Projekte wie Young Carers des Kinderschutzbundes Segeberg, Young Helping Hands in Lübeck und die AWO-Beratungsstelle Demenz und Pflege in Kiel wertvolle Arbeit in Schleswig-Holstein.
Außerdem stellte Touré das Bundesprojekt „Pausentaste“ vor. Dieses stellt unter anderem Schulmaterial für Lehrkräfte bereit, gibt eine Übersicht zu unterschiedlichen Hilfsangeboten und Tipps, um in akuten Situationen nicht unterzugehen sowie informiert über Fachtagungen und Netzwerktreffen.
Die Ministerin verwies darauf, dass auch Angebote wie die Tagespflege oder mobile Pflegedienste junge pflegende Angehörige unterstützen können. Sie setze sich im Bund dafür ein, dass die Bedarfsplanung für diese Angebote überarbeitet wird.
Entscheidend sei, dass diese Angebote tatsächlich bei den jungen Menschen ankämen, sagte die Ministerin und plädierte für bessere Online-Informationsangebote: „Bei all dem, was diese Kinder und Jugendlichen Tag für Tag tragen, müssen sie einfach an Informationen und Unterstützung kommen. Wir müssen die Kinder und Jugendlichen dort erreichen, wo sie sind.“
Quelle: Landesportal Schleswig-Holstein vom 20.11.2025
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