Kinder- und Jugendschutz
Suchtkranke Eltern und ihre Kinder stärken – Vernetzung und Hilfe verbessern
Kinder mit suchtkranken Müttern oder Vätern sind durch die Krankheit ihrer Eltern unmittelbar mit betroffen. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes engagieren sich Caritas und Diakonie für eine familienorientierte Suchtarbeit und eine Stärkung der Elternkompetenz. Für Eltern und Kinder aus Suchtfamilien brauche es eine bessere Kooperation von Jugend- und Suchthilfe sowie eine intensive Präventionsarbeit in Kitas und Schulen.
21.02.2020
Viele Kinder mit suchtkranken Müttern oder Vätern leben in Angst und Unsicherheit, sie übernehmen Verantwortung für sich und ihre Familien, die sie überfordert. Unter den Folgen leiden sie nicht selten ihr Leben lang. Anlässlich der „Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien“ setzt sich der Deutsche Caritasverband (DCV) für stärkere Netzwerke, besser abgestimmte Hilfen und Leistungen vor Ort sowie eine verlässliche Finanzierung ein. Die Aktionswoche fand vom 9. bis 15. Februar 2020 bundesweit und zeitgleich in mehreren europäischen Ländern statt.
Vernetzung zwischen Jugendhilfe, Gesundheits- und Bildungswesen
„Wir wissen aus unseren Beratungsstellen, wie groß das Leid aus Scham und Hilflosigkeit in den Familien ist, in denen die Sucht eines suchterkrankten Elternteils den Alltag prägt. Für die rund 2,7 Millionen Kinder, die in einer Familie heranwachsen, in der Sucht zum Alltag gehört, gibt es ein erhöhtes Risiko, als Erwachsene selbst suchtkrank zu werden. Wir müssen dafür sorgen, dass die Kinder in ihren Familien wieder Stabilität und Zuverlässigkeit erleben und die Bürde des „Familiengeheimnisses Sucht loswerden“, sagt Eva Maria Welskop-Deffaa, Vorstand Sozial- und Fachpolitik des Deutschen Caritasverbandes.
Für belastete Eltern und Kinder aus Suchtfamilien brauche es eine bessere Zusammenarbeit zwischen der Jugendhilfe, der Suchthilfe, den Gesundheitsämtern, den Frühen Hilfen, den Gynäkologischen Praxen sowie intensive Präventionsarbeit in Kitas und Schulen.
Kompetenz der Eltern stärken – Familienorientierte Suchtarbeit
Im vergangenen Jahr hat die Caritas gemeinsam mit der Diakonie das Kooperationsprojekt „Familienorientierte Suchtarbeit zur Stärkung elterlicher Kompetenz“ gestartet, das Eltern und Kindern mit einer Suchtsymptomatik gezielt helfen soll. Das neue Rahmenkonzept für Beratungsstellen soll die Elternkompetenz und die Kooperation von Suchthilfe und Jugendhilfe stärken. Gefördert wird das Projekt vom Bundesgesundheitsministerium. Ab Frühjahr 2021 kann das Rahmenkonzept bundesweit angeboten werden. „Das Projekt ist ein ganz konkreter Beitrag der beiden konfessionellen Wohlfahrtsverbände für die Durchsetzung von Kinderrechten in Deutschland. Ihre Lebenschancen dürfen nicht dadurch dauerhaft beeinträchtigt sein, dass ihre Eltern sich schwer tun, ihr Leben zu bewältigen“, betont Welskop-Deffaa.
Einen Lesetipp stellt die Caritas mit dem Handuch „Suchtkranke Eltern stärken“ zur Verfügung. Weitere Informationen zur Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien finden sich auch auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe.
Quelle: Deutscher Caritasverband e.V. vom 14.02.2020
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