Familienpolitik

Niedersächsischer Gleichstellungsminister Philippi zur AOK-Erhebung über Kinderkranktage

Laut AOK-Erhebung werden 73 % der Kinderkranktage von Frauen genommen, was die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit belegt. Dies führt zu Einkommensverlusten, Karrierehemmnissen und Nachteilen bei der Alterssicherung. Gleichstellungspolitik muss familienfreundliche Arbeitsmodelle, stärkere Väterbeteiligung und den Abbau struktureller Benachteiligungen fördern, um partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit zu ermöglichen.

17.06.2026

„Die aktuellen Zahlen zum Kinderkranktagegeld verdeutlichen, dass die Sorgearbeit für kranke Kinder weiterhin überwiegend von Frauen getragen wird. Dass rund 73 Prozent der Kinderkrankentage von Frauen in Anspruch genommen werden, zeigt, dass die gleichberechtigte Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit noch nicht erreicht ist. Wenn Kinderkrankentage überwiegend von Frauen übernommen werden, entstehen nicht nur kurzfristige Einkommensbußen, sondern auch mittelbare Nachteile für die berufliche Entwicklung und die Alterssicherung. Für unsere Gleichstellungspolitik ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag: Rahmenbedingungen müssen weiter so gestaltet werden, dass eine partnerschaftliche Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit besser möglich wird. Dazu gehören insbesondere familienfreundliche Arbeitsmodelle, eine stärkere Einbindung von Vätern sowie der Abbau struktureller Benachteiligungen im Erwerbsleben. Die Daten bestätigen damit bekannte Herausforderungen und unterstreichen die Notwendigkeit, Gleichstellung auch im Alltag von Familien konsequent weiter voranzubringen.“

Quelle: Niedersächsiches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung vom 01.06.2026

Redaktion: Lena Gabert