Thüringen
Start der Jugend-Befragung im Jugend-Check Thüringen
5.000 zufällig ausgewählte junge Thüringer*innen werden zum Jugend-Panel eingeladen, um per Online-Umfrage Gesetzentwürfe zu bewerten. Ziel ist jugendgerechtere Gesetzgebung durch direkte Beteiligung. Ergebnisse fließen anonym in den Jugend-Check ein.
27.07.2026
5.000 junge Menschen in Thüringen erhalten Post: Das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie (TMSGAF) lädt sie ein, Teil des neuen „Jugend-Panels“ im Rahmen des Jugend-Check Thüringen zu werden. Mit dem Versand der Einladungen startet die letzte Phase des Modellprojekts, das neue Wege der Jugendbeteiligung in der Gesetzgebung erprobt.
Die angeschriebenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurden zufallsbasiert aus dem Melderegister ausgewählt und entsprechend der soziodemografischen Verteilung nach Alter, Wohnortgröße und Geschlecht gewichtet. Ziel ist es, ein möglichst realistisches Abbild der Lebensrealitäten junger Menschen in Thüringen zu erreichen. Eine Bewerbung für die Teilnahme ist nicht möglich.
Jugend-Befragung ermöglicht direkte Rückmeldung zu Gesetzentwürfen
Wer sich zur Teilnahme am Jugend-Panel entscheidet, wird künftig per E-Mail zu kurzen, anonymen Online-Umfragen, den Jugend-Befragungen, eingeladen. Darin können die Teilnehmenden ihre Perspektiven, Einschätzungen und Erfahrungen zu aktuellen Gesetzentwürfen einbringen. Für die Teilnahme sind keine Vorkenntnisse erforderlich, eine Umfrage dauert etwa 15 Minuten. Bis November 2026 sind bis zu drei Befragungen geplant.
Die Ergebnisse fließen direkt in den Jugend-Check Thüringen ein. Dieser hat das Ziel, die Gesetzgebung im Freistaat jugendgerechter zu gestalten, indem die Auswirkungen von Gesetzen auf junge Menschen frühzeitig sichtbar gemacht werden. „Jugend“ umfasst dabei die Lebensphase ab dem Eintritt in die Sekundarstufe bis zum Abschluss der Ausbildung.
Jugendministerin Schenk: „Demokratie beginnt mit Mitbestimmung im Alltag“
Jugendministerin Katharina Schenk betont die Bedeutung des neuen Formats:
„Demokratie lebt vom Mitmachen – und sie beginnt im unmittelbaren Lebensumfeld junger Menschen. Beteiligung ist ein Grundrecht: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind Expertinnen und Experten in eigener Sache. Formate, wie die Jugend-Befragung, geben ihnen die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, ihre Standpunkte konstruktiv einzubringen und so aktiv an politischen Entscheidungen mitzuwirken. Das stärkt nicht nur ihre Gestaltungskompetenz, sondern auch die Identifikation mit ihrem Umfeld. Gleichzeitig wissen wir, dass Beteiligung bislang nicht alle gleichermaßen erreicht. Deshalb ist es unser Anspruch, Angebote, wie das Jugend-Panel, so inklusiv und niedrigschwellig zu gestalten, dass möglichst viele junge Menschen – unabhängig von Wohnort oder Lebenssituation – ihre Perspektiven einbringen können.“
Modellprojekt erprobt unterschiedliche Beteiligungsformate
Die Jugend-Befragung ist Teil des Modellprojekts Jugend-Check Thüringen, in dem verschiedene Ansätze zur Einbindung junger Menschen in die Gesetzesfolgenabschätzung getestet werden. Bereits 2023 bis 2024 wurde mit dem „Jugend-Team“ ein erstes Format erprobt: 50 zufällig ausgewählte junge Menschen erarbeiteten in Präsenzsitzungen konkrete Hinweise zu Gesetzentwürfen.
Mit der Jugend-Befragung wird dieser Ansatz nun erweitert, um deutlich mehr junge Menschen zu erreichen und ihre Beteiligung digital und flexibel zu ermöglichen.
Wissenschaftliche Umsetzung und transparente Ergebnisse
Die Umfragen werden von der Projektstelle Jugend-Check Thüringen (ProJCT) am Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV) entwickelt und ausgewertet – auf organisatorischer Seite unterstützt durch die Servicestelle Mitbestimmung im Thüringer Sozialministerium. Die Teilnahme ist freiwillig und anonym. Personenbezogene Daten werden nach Ablauf der Rückmeldefrist gelöscht, sofern keine Teilnahme erfolgt.
Die Ergebnisse der Befragungen ergänzen die wissenschaftliche Analyse der jeweiligen Gesetzesfolgen und werden an die zuständigen Ministerien übermittelt. Zusätzlich werden die Resultate in zusammengefasster Form auf der Website der Projektstelle Jugend-Check Thüringen veröffentlicht.
Weitere Informationen: https://www.jugend-check-thueringen.de/
Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie vom 19.06.2026
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