Bildungsgerechtigkeit
Stärkung der Erziehungspartner*innenschaft
Der Ministerrat in Baden-Württemberg berichtete über Maßnahmen zur Stärkung der Erziehungspartner*innenschaft zwischen Eltern, Schule und außerschulischen Akteur*innen. Ministerpräsident Kretschmann betont die Bedeutung gemeinsamer Verantwortung für Bildungserfolg. Projekte wie Familiengrundschulzentren und das Landesprogramm STÄRKE fördern die Einbindung und Erziehungskompetenz.
11.02.2026
Kultusministerin Theresa Schopper und Sozialminister Manne Lucha haben dem Ministerrat am 20. Januar über Maßnahmen zur Stärkung der Erziehungspartner*innenschaft zwischen Elternhaus, Schule und außerschulischen Akteur*innen berichtet.
„Das Thema Erziehungspartnerschaft liegt mir schon lange am Herzen. Die Gesellschaft ist vielfältiger geworden, die Familienformen verändern sich ebenso wie das Familienleben und auch das Rollenverständnis von Lehrerkräften und Eltern. Bildung und Erziehung gehören dabei immer zusammen. Je besser sich Lehrkräfte und Eltern dabei ergänzen, desto größer wird am Ende der Bildungserfolg unserer Kinder sein. Hierfür wollen wir sämtliche Anstrengungen unternehmen und haben ein Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht“,
sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an die Sitzung des Ministerrats. Bei der Erziehungspartner*innenschaft gehe es darum, dass Eltern, Schule und weitere Akteur*innen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die positiven Effekte einer solchen partner*innenschaftlichen Zusammenarbeit bei Bildung und Erziehung der Kinder seien in der Bildungsforschung nachgewiesen und messbar. „Auch die PISA-Erhebungen der OECD zeigen: Wo Eltern früh und kontinuierlich in Bildungsprozesse eingebunden sind – etwa durch Vorlesen, gemeinsames Problemlösen oder Beteiligung am Schulleben –, steigen Motivation und Leistung der Kinder“, fügte Ministerpräsident Kretschmann hinzu.
Pilotprojekt Familiengrundschulzentren
Kultusministerin Schopper ergänzte:
„Die stärkere Einbindung von Eltern in das schulische Umfeld ist uns ein besonderes Anliegen. Dies wird an vielen Schulen im Land auch schon gelebt, wenn sich Eltern beispielsweise als Elternvertreter oder in Schul-Fördervereinen engagieren. Ein zentrales innovatives Projekt sind dabei die Familiengrundschulzentren, die wir derzeit im Startchancen-Programm entwickeln. Diese beraten und unterstützen, beispielsweise mit offenen Sprechstunden, Deutschkursen für Eltern mit Zuwanderungsgeschichte und Eltern-Kind-Angeboten. Und sie vernetzen Schule, Jugendhilfe und Vereine für einen engmaschigen gemeinschaftlichen Zusammenhalt. Im Kita-Bereich sind wir sogar schon weiter: Seit 2016 haben sich bereits 549 Kitas im Rahmen des Landesförderprogramms zu Kita- und Familienzentren weiterentwickelt. Genau diese lebendige Einbettung in das soziale Umfeld brauchen die Schulen und der frühkindliche Bereich, um Bildungs- und Aufstiegschancen zu verwirklichen. Erziehungspartnerschaft bedeutet in diesem Sinne das gemeinsame Übernehmen von Verantwortung zum Wohl unserer Kinder.“
Stärkung der Familienbildung und Familienförderung
Sozialminister Lucha sagte:
„Im außerschulischen Bereich steht eine systematische Stärkung der Familienbildung und Familienförderung als Teil einer umfassenden Erziehungspartnerschaft im Mittelpunkt. Die Zusammenarbeit zwischen Schule, Elternhaus und dem erweiterten Sozialraum ist ein zentraler Baustein für gelingende Erziehung und Bildung. Zum erweiterten Sozialraum zählen unter anderem die Jugendhilfe, die Familienzentren, die freien Träger sowie die sozialpädagogischen Dienste.“
Er ergänzte:
„Unser seit Jahren etabliertes Landesprogramm STÄRKE fördert bedarfsorientiert die Erziehungskompetenz der Eltern in allen Bereichen und unterschiedlichen Lebenslagen. Ein anderes konkretes Beispiel zur Stärkung der Familienbildung sind die vom Sozialministerium finanzierten und von der Universität Tübingen zur Förderung der Medienerziehung entwickelten kostenlosen Onlinetrainings , Internetsucht: Eltern stärken! – ISES! Kids‘. Ergänzend dazu unterstützen weitere vom Sozialministerium geförderte Familienbildungskurse zu den Themen Demokratie- und Medienbildung sowie spezielle Angebote für Väter zur gemeinsamen gleichberechtigten Elternschaft die Familien bei ihren alltäglichen Herausforderungen.“
Quelle: Baden-Württemberg Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration vom 20.01.2026
Termine zum Thema
-
10.03.2026
Demokratie gestalten – gemeinsam stark! Vernetzung, Wirkung und Förderung in unsicheren Zeiten
-
19.03.2026
Bildungsgerechtigkeit im Ganztag - Von der politischen Zielsetzung zum methodischen Handeln
-
19.03.2026
Tagesgruppe360Grad – Zukunftsperspektiven für Familien und Fachkräfte
-
26.03.2026
Bündniskonferenz 2026 „Wie politisch muss die Bildung sein?!“
-
26.03.2026
Bündniskonferenz 2026
Materialien zum Thema
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Armutssensible Haltung im Schulkontext
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Lernen durch Engagement – Schule und Lernen zukunftsorientiert gestalten
-
Checkliste für inklusives und barrierefreies Veranstaltungsmanagement
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Box gegen antimuslimischen Rassismus
-
Zeitschrift / Periodikum
Außerschulische Bildung 3/2025 - Alles eine Frage des Vertrauens
Projekte zum Thema
-
Universität Münster (JuPa-Quali)
JuPa - Soziale Teilhabe von Jugendlichen in stationären Jugendhilfe-Einrichtungen und Pflegefamilien in Zeiten von Pandemien ermöglichen
-
Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein
Bruchlininen - Lebenswege zwischen Freiheit und Unterdrückung
-
Agentur für Soziale Perspektiven e.V.
Queere-Jugend-Berlin.de
-
AWO Kreisverband Pinneberg e.V. Jugendwerk Unterelbe
Ferienfreizeiten und Sprachreisen mit dem AWO Jugendwerk Unterelbe
-
Informationsstelle Bildungsauftrag Nord-Süd
Bildungsauftrag Nord-Süd – Rundbrief 111
Institutionen zum Thema
-
Sonstige
GAMESHIFT NRW / Pacemaker Initiative
-
Fort-/Weiterbildungsanbieter
Akademie der Jugendarbeit Baden-Württemberg e.V.
-
Außeruniversitäre Forschungs-/Serviceeinrichtung
Institut für pädagogische Bildung
-
Sonstige
ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch
-
Verband / Interessenvertretung
Jugendmigrationsdienste