PHINEO zieht Bilanz

Staat­li­che Hil­fen kamen spät und mit hohen büro­kra­ti­schen Hürden

Zwei Jah­re nach Beginn der Coro­na-Pan­de­mie steht die Welt vor neu­en Her­aus­for­de­run­gen. Mil­lio­nen Men­schen sind durch den Krieg in der Ukrai­ne direkt bedroht oder auf der Flucht. Wäh­rend Hilfs- und Spen­den­fonds aktu­ell vor allem für die Akut- und Not­hil­fe der Men­schen sam­meln, brauch­te die Zivil­ge­sell­schaft wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie selbst Unter­stüt­zung. Der von PHINEO pri­vat­wirt­schaft­lich orga­ni­sier­te Coro­na-Hilfs­fonds für die Zivil­ge­sell­schaft unter­stütz­te in den Jah­ren 2020 und 2021 klei­ne und mitt­le­re Orga­ni­sa­tio­nen. Nun wird die Abschluss­bi­lanz vorgelegt.

12.04.2022

Das Fund­rai­sing der För­der­mit­tel für den Coro­na-Hilfs­fonds star­te­te im Juli 2020. Bis zum 15. Novem­ber 2020 wur­den ins­ge­samt 115 Bewer­bun­gen ein­ge­reicht. Der Bedarf zeig­te sich vor allem bei Orga­ni­sa­tio­nen in den Berei­chen Bildung und Erziehung sowie der Jugend- und Altenhilfe.

„In der Coro­na-Kri­se blei­ben sozi­al benach­tei­lig­te Men­schen als ers­te auf der Stre­cke, des­halb wird das Enga­ge­ment gemein­nüt­zi­ger Orga­ni­sa­tio­nen mehr denn je gebraucht“, sagte die Pro­jekt­lei­te­rin des Coro­na-Hilfs­fonds Stel­la Toro­s­y­an-Pohl. ​„Die NGOs haben mit Herz­blut, Fle­xi­bi­li­tät und Krea­ti­vi­tät wei­ter­ge­ar­bei­tet, aber die Her­aus­for­de­run­gen wur­den für vie­le exis­tenz­be­dro­hend. Die staat­li­che Unter­stüt­zung kam sehr spät, war mit hohen büro­kra­ti­schen Hür­den ver­bun­den oder ging am Bedarf vor­bei, das haben die Orga­ni­sa­tio­nen über­ein­stim­mend zurückgemeldet.“

Finanzielle Unterstüzung für gemeinnützige Organisationen

„Die Res­sour­cen für so gro­ße Anträ­ge fehl­ten“, bestä­tigte Tho­mas Mül­ler-Schöll, Geschäfts­füh­rer des Ver­eins Schüt­zer der Erde e.V.

Nina Vish­nevs­ka, Vor­sit­zen­de des Kul­tur­zen­trum GOROD / GIK e.V.: ​„Es ist nicht sinn­voll, dass Orga­ni­sa­tio­nen aus dem Kul­tur- und Bil­dungs­be­reich kei­ne Per­so­nal­för­de­rung erhal­ten. Es gibt zwar För­der­pro­gram­me, aber die rich­ten sich aus­schließ­lich an Orga­ni­sa­tio­nen, die min­des­tens in drei Bun­des­län­dern aktiv sind.“

Mit den För­der­mit­teln aus dem Coro­na-Hilfs­fonds von PHINEO in Höhe von 517.749,81 Euro konn­ten im Jahr 2020 ins­ge­samt 32 Orga­ni­sa­tio­nen unter­stützt wer­den. Die insti­tu­tio­nel­len För­der­be­trä­ge lagen zwi­schen 2.205 Euro und 47.463 Euro. Erst­mals wur­de ein Hilfs­fonds von PHINEO auch für Ein­zel- und Klein­spen­den geöff­net. Die posi­ti­ve Bilanz des Jah­res 2020: Alle 32 geför­der­ten Orga­ni­sa­tio­nen konn­ten die Insol­venz ver­mei­den, 11 Orga­ni­sa­tio­nen been­de­ten das Jahr ohne finan­zi­el­le Fehl­be­trä­ge, 5 Orga­ni­sa­tio­nen konn­ten Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur oder das Geschäfts­mo­dell erfolg­reich umbau­en und 15 Orga­ni­sa­tio­nen konn­ten ihre Ange­bo­te digi­ta­li­sie­ren – vor Coro­na und den zusätz­li­chen För­de­run­gen undenkbar.

Dazu sagte Gret­ta Hohl von der Orga­ni­sa­ti­on Teach­Sur­fing gUG: ​„Wir haben gelernt, anders zu arbei­ten und unse­re Arbeits­wei­se anzu­pas­sen, aber der Druck war immens.“

Fehlende Einnahmen bei zugleich steigenden Kosten

Trotz der Erfol­ge brach­te das Jahr 2021 für vie­le Orga­ni­sa­tio­nen durch Mit­glie­der­schwund, feh­len­de Ein­nah­men und zusätz­li­che Kos­ten für Hygie­nekon­zep­te und Digi­ta­li­sie­rungs­an­ge­bo­te neue Her­aus­for­de­run­gen. Zudem wur­den Rück­la­gen für künf­ti­ge Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lungs­pro­zes­se weit­ge­hend auf­ge­braucht. Mit Unter­stüt­zung der Deut­schen Post­code Lotterie und der Hei­de­hof Stif­tung konn­ten die Mit­tel im Coro­na-Hilfs­fonds im Jahr 2021 auf knapp 1 Mil­li­on Euro erwei­tert wer­den, so dass 26 Orga­ni­sa­tio­nen erneut unter­stützt wer­den konn­ten. Mit der zusätz­li­chen För­de­rung erreich­ten die NPOs die drin­gend not­wen­di­ge wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät, gleich­zei­tig wur­de Raum für Wei­ter­ent­wick­lung und wei­te­re Fund­rai­sing-Akti­vi­tä­ten geschaffen.

Im ers­ten Pan­de­mie­jahr hat PHINEO vor allem Akut­hil­fe für klei­ne und mitt­le­re Orga­ni­sa­tio­nen geleis­tet, so PHINEO-Vor­stand Dr. Andre­as Rickert. ​Durch die Anschluss­för­de­run­gen 2021 konnten sie ihr Enga­ge­ment fort­set­zen. Kon­ti­nui­tät ist wich­tig für die Ziel­grup­pen und den Erfolg der geleis­te­ten Arbeit. Rickert dankt vor allem den Förderpartner/-innen, dass sie mit ihren insti­tu­tio­nel­len För­de­run­gen die­se nach­hal­ti­ge Wir­kung ermöglichen.

Der Dank kommt von den geför­der­ten Organisationen:

„Dank Ihrer Zuwen­dun­gen sehen wir nun kon­kret Licht am Ende des Tun­nels. Wir haben den Ver­ein neu auf­ge­stellt, sodass wir die Chan­ce sehen, am Ende sogar bes­ser da zu ste­hen als vor der Kri­se. Zu die­ser Ent­wick­lung haben Sie mit Ihrem Enga­ge­ment und Ihrer För­de­rung wesent­lich bei­getra­gen!”, so Tho­mas Mül­ler-Schöll, Geschäfts­füh­rer des Ver­ein Schüt­zer der Erde e.V.

„Jede Spen­de, jede För­de­rung ist ein Stück Moti­va­ti­on für die Zukunft“, sagte auch Hol­ger Käh­ler, Geschäfts­füh­rer von Vide­lis Senio­ren­rei­sen e.V.

Zur Unter­stüt­zung der Zivil­ge­sell­schaft wer­den die Erfah­run­gen und Erkennt­nis­se aus der Umset­zung des Coro­na-Hilfs­fonds allen gemein­nüt­zi­gen Orga­ni­sa­tio­nen und Ver­ei­nen zur Ver­fü­gung gestellt.

Quelle: PHINEO gAG vom 16.03.2022

Redaktion: Johanna Fock

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