Jugendforschung

Spielend lernen fürs Leben: Haupt- und Realschüler profitieren besonders von Sport

Ein Jugendlicher mit seinem Skateboard

Ob Freizeitaktivitäten in der Jugend für den Erfolg im Erwerbsleben die Ursache sind oder der familiäre Hintergrund und schulischer Erfolg – diese und andere Fragen untersucht Prof. Dr. Aderonke Osikominu vom Fachgebiet Ökonometrie und Empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Hohenheim mit ihrem Team.

04.11.2015

Viele Jugendliche treiben in ihrer Freizeit Sport, spielen ein Musikinstrument oder sind ehrenamtlich aktiv. Oft sind diese Jugendlichen später beruflich erfolgreicher als Menschen, die in ihrer Jugend wenigen oder keinen strukturierten Freizeitaktivitäten nachgegangen sind. Ob die Aktivitäten tatsächlich die Ursache sind, wird vom Fachgebiet Ökonometrie und Empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Hohenheim untersucht. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Forschungsprojekt "Entwicklung von Kompetenzen innerhalb und außerhalb der Schule, nicht-akademische Kompetenzen und Arbeitsmarktergebnisse" mit rund 265.000 Euro. Damit zählt es zu den Schwergewichten der Forschung an der Universität Hohenheim.

Die Studie fragt nach, ob tatsächlich bestimmte Freizeitaktivitäten zum Kompetenzerwerb beitragen und Jugendliche sozusagen im Spiel Kompetenzen erlernen, die im Erwerbsleben nützlich sind, oder ob Jugendliche, die sowieso in der Schule erfolgreich sind und aus sozial besser gestellten Familien stammen, häufiger strukturierten Freizeitaktivitäten nachgehen.

Die Ergebnisse einer ersten Studie deuten darauf hin, dass regelmäßiger Sport in der Freizeit zum Erwerb von charakterlichen und sozialen Kompetenzen beiträgt. Dazu zählen etwa Eigenschaften wie Motivation, Ausdauer, Fairness oder die Fähigkeit im Team zu kooperieren. "Wer in der Jugend regelmäßig Sport treibt, hat später Aussichten auf eine höhere Bildung, eine bessere soziale Position und bessere Karrierechancen", sagt die Volkswirtin Prof. Dr. Aderonke Osikominu. Besonders deutlich wird dieses Ergebnis bei Haupt- und Realschülern, die von Hause aus oft nicht so viel Förderung erhalten wie Gymnasiasten.

Hintergrund

Forschungsprojekt "Entwicklung von Kompetenzen innerhalb und außerhalb der Schule, nicht-akademische Kompetenzen und Arbeitsmarktergebnisse": Das Forschungsprojekt ist Teil eines im Herbst 2014 begonnenen Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit dem Titel "The German labour market in a globalized world: Challenges through trade, technology and demographics". Die Arbeit an der Universität Hohenheim wird von der DFG mit 265.000 Euro gefördert und ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Damit zählt das Forschungsprojekt zu einem der Schwergewichte der Forschung an der Universität Hohenheim.

Quelle: Universität Hohenheim vom 26.10.2015

Redaktion: Kerstin Boller

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