U18-Wahl

Bayerns Jugend hat gewählt!

CSU stärkste Kraft, SPD an zweiter Stelle. Grüne dritter Platz bei den Bürgermeister*innen, Freie Wähler drittplatziert bei den Landrät*innen. Hohe Beteiligung mit über 30.000 abgegebenen Stimmen aus rund 350 analogen Wahllokalen. In den digitalen Pilotkommunen nahmen 16,7 Prozent der Benachrichtigten an der Wahl teil.

11.03.2026

Die U18-Wahl anlässlich der bayerischen Kommunalwahl am 8. März zeigt: Junge Menschen wollen mitgestalten und ihre politische Meinung äußern. Vom 16. bis 27. Februar hatten Jugendliche in Bayern die Möglichkeit, ihre Wahlentscheidung zu treffen.

Dies sind die Ergebnisse bei der U18-Wahl zum Bürgermeister*innen-Amt: CSU 29 Prozent, SPD 24,3 Prozent, Grüne 10,8 Prozent, Wählergruppen 10,4 Prozent, Freie Wähler 6,9 Prozent, Sonstige 7,1 Prozent, Linke 5,4 Prozent, AfD 4,5 Prozent.

Bei der U18-Wahl zum Amt der Landräti*innen erzielte die CSU 34,2 Prozent, die SPD 16 Prozent, die Freien Wähler 13,1 Prozent, die Grünen 11,3 Prozent, die AfD 10,7 Prozent, Sonstige 6,8 Prozent und die Linke 6,5 Prozent. Aus organisatorischen und technischen Gründen war diese U18-Wahl auf die Wahl von Bürgermeister*innen und Landrät*innen begrenzt.

Abgestimmt werden konnte bayernweit in rund 350 analogen Wahllokalen der Jugendarbeit, an Schulen und in Rathäusern. Von dieser Möglichkeit machten über 30.000 junge Menschen Gebrauch. Erstmals konnte in neun ausgewählten Kommunen und einem Landkreis auch digital gewählt werden. Von den insgesamt 17.850 zur digitalen Abstimmung aufgerufenen Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren nahmen 2981 an der Wahl teil. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 16,7 Prozent.

In den Kommunen Augsburg (Stadt), Dasing, Donauwörth, dem Landkreis Regensburg, Lauf a. d. Pegnitz, Lappersdorf, Mellrichstadt, Pegnitz, Tutzing und Zeitlarn konnten Jugendliche ihre Stimme erstmals online abgeben. Sie erhielten dazu Mitte Februar von ihrer Kommune bzw. ihrem Landkreis eine persönliche Wahlbenachrichtigung mit QR-Code. Das Modellprojekt wurde gemeinsam vom Bayerischen Jugendring (BJR) und dem Bayerischen Staatsministerium für Digitales realisiert und verband politische Bildung mit zeitgemäßen Beteiligungsformen.

Philipp Seitz, Präsident des Bayerischen Jugendrings: 

„Mehr als 30.000 abgegebene Stimmen zeigen: Kinder und Jugendliche wollen schon heute mitentscheiden. Die U18-Wahl ist ein echtes politisches Stimmungsbild der kommenden Generation und wirkt weit über diesen Tag hinaus: Dass sich die Zahl der Wahllokale und Stimmen gegenüber 2020 nahezu verdoppelt hat, belegt: Beteiligung scheitert nicht am Interesse junger Menschen, sondern oft an den fehlenden Möglichkeiten. Wo wir Räume schaffen, werden sie genutzt. Erfreulich ist, dass die Kandidat*innen aus Parteien der demokratischen Mitte gestärkt aus der diesjährigen U18-Wahl hervorgehen.“

Philipp Seitz weiter: 

„Mein Dank gilt den zahlreichen Ehrenamtlichen und hauptberuflichen Fachkräften der Jugendarbeit vor Ort, die mit Tatkraft und Engagement dieses tolle Projekt umgesetzt haben. Sie haben Demokratie ganz konkret erfahrbar gemacht. Die U18-Wahl ist politische Bildung zum Anfassen. Kinder und Jugendliche erleben dabei konkret, wie Demokratie funktioniert. Dass wir in diesem Jahr erstmals auch digital wählen konnten, ist ein wichtiger Schritt: Beteiligung muss junge Menschen dort abholen, wo sie selbstverständlich unterwegs sind – auch im digitalen Raum.“

Die technische Umsetzung der digitalen Wahl übernahm der Software-Anbieter POLYAS, dessen zertifizierte Plattform höchsten Sicherheitsanforderungen genügt. Die digitale Präsentation des Wahlergebnisses, unter Kumulierung der analogen und digitalen Ergebnisse, wird von der Winkhardt + Spinder GmbH & Co. KG bereitgestellt, die als Wahldienstleister Druck-, Versand- und IT-Kompetenz vereint.

Digitalminister Dr. Fabian Mehring, MdL, betont die Bedeutung dieser Premiere: 

„Mit der digitalen U18-Wahl haben wir unserer Demokratie ein modernes Update verpasst und Bayerns Jugend zu Pionieren politischer Beteiligung gemacht. Gemeinsam mit unserem Bayerischen Jugendring haben wir gezeigt, dass Demokratie kein verstaubtes Museum ist, sondern ein lebendiger Prozess, der zur Lebenswirklichkeit junger Menschen passt. Indem wir bei den U18-Wahlen erfolgreich demonstriert haben, dass die digitale Stimmabgabe technisch problemlos, fehlerfrei und sicher klappt, haben wir nicht weniger als die Grundlage für digitale Wahlen der Zukunft gelegt. Meine Vision ist nun, dass die Menschen in Bayern künftig auch bei Bürgerbegehren oder regulären Kommunal- und Landtagswahlen digital abstimmen können – einfach, sicher und von überall aus.Seine Stimme digital abzugeben, muss im Jahr 2026 eine ebenso selbstverständliche Option werden wie der Urnengang oder die Briefwahl. So sparen wir Aufwand, senken Kosten und steigern die Wahlbeteiligung. Während das Vertrauen der Menschen in den Staat in einer Krise steckt, eröffnet uns Digitalisierung die Chance auf eine moderne Mitmach-Demokratie – wir sollten sie nutzen. Denn: Jede Stimme zählt, wer heute mitmacht, gestaltet das Bayern, in dem wir morgen leben.“

Abschließend unterstreicht BJR-Präsident Philipp Seitz: 

„Die Jugendarbeit muss als Lern- und Erfahrungsort der Demokratie weiter gestärkt werden. Demokratie ist kein Zuschauersport, sondern lebt vom Mitmachen. Wer in der Gemeinde, an der Schule oder anderswo aktiv mitgestaltet und merkt, dass man Dinge positiv verändern kann, erfährt Selbstwirksamkeit. Das ist die Basis für Vertrauen in unsere Demokratie. Deshalb müssen die Angebote der Jugendarbeit auch in Zukunft bedarfsgerecht finanziert werden. Wer in die Jugendarbeit investiert, stärkt die Demokratie.“

Weiterführende Informationen

Die vollständigen Ergebnisse der U18-Wahl 2026 können hier aufgeschlüsselt nach Kommune / Landkreis angeschaut werden: www.bjr.de/u18-ergebnisse-2026

Quelle: Bayerischer Jugendring (BJR) vom 01.03.2026

Redaktion: Klara Neumann