Stellungnahme Careleaver e.V.

Schusswaffeneinsatz gegen ein 12-jähriges Mädchen in Bochum

Ein 12-jähriges gehörloses Mädchen wurde von der Polizei in Bochum angeschossen, nachdem sie vermisst gemeldet wurde. Der Careleaver e.V. bezieht Stellung und fordert eine lückenlose Aufarbeitung der Geschehnisse seitens Polizei und Jugendhilfeeinrichtung und zeigt Wege deeskalierender Kinder- und Jugendhilfestrukturen auf.

19.01.2026

Im November wurde ein 12-jähriges, gehörloses Kind von den Betreuer*innen ihrer Wohngruppe als vermisst gemeldet. Beim Auffinden des Kindes durch die Polizei kam es zum Schusswaffengebrauch, wodurch das Kind einen Bauchschuss erlitt. 

Der Careleaver e.V. äußert sich zum Vorfall in einer Stellungnahme. Er fordert deeskalierende Kinder- und Jugendhilfestrukturen mit

  • dem Einsatz von Dolmetscher*innen und diskriminierungssensiblem Arbeiten  
  • der Priorisierung von Selbstvertretung
  • dem Ausbau und besserer Ausstattung sozialer Infrastruktur
  • dem Ausbau und der Verstetigung von community-basierten Deeskalations-, Beratungs- und Vermittlungsstellen
  • der Förderung ambulanter, traumasensibler und inklusiver Angebote
  • einem Ende der Aberkennung von „Erziehungsfähigkeit“ aufgrund von Behinderung

Außerdem fordert der Verein eine Aufarbeitung der Geschehnisse insbesondere auf Seiten der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung sowie der Polizei und fordert die konsequente Einbeziehung von tauben Menschen als Expert*innen ihrer selbst in alle sie betreffenden Prozesse. 

Die Stellungnahme des Careleaver e.V. zum Download (PDF: 160 KB)

Quelle: Careleaver e.V. vom 12.11.2025 

Redaktion: Zola Kappauf