Bayern

Scharf: „Gaming darf keine Spielwiese für Extremismus sein“

Digitale Spielwelten wie Steam oder Discord sind für Millionen Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, zentrale Kommunikations- und Sozialräume. Diese Plattformen werden jedoch auch von extremistischen Akteuren genutzt, um junge Nutzer zu beeinflussen. Ein Gutachten des Bayerischen Sozialministeriums und der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (2025) bestätigt diese Entwicklung.

20.04.2026

Ob Steam, Roblox oder Discord: Für Millionen von Menschen gehören digitale Spielwelten zum Alltag. Für Kinder und Jugendliche sind diese Welten zu wichtigen Kommunikations-, Begegnungs- und Sozialräumen geworden. Hier lernen sie soziale Kompetenzen, stärken ihre Teamfähigkeit und üben sich in der Lösung von Konflikten. Allerdings sind auf nahezu all diesen Plattformen auch extremistische Akteur*innen unterwegs. Sie versuchen gezielt, insbesondere junge Nutzer*innen zu beeinflussen. Dies zeigt ein 2025 vom Bayerischen Sozialministerium und der Bayerische Landeszentrale für neue Medien in Auftrag gegebenes Gutachten.

Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf sieht Handlungsbedarf: 

„Wir dürfen unsere Kinder und Jugendlichen im digitalen Raum nicht allein lassen. Hass, Hetze und Extremismus müssen erkannt und auch im Gaming-Bereich konsequent bekämpft werden. Angebote wie das Präventionsprojekt ‚Learn.Play.Prevent.‘ bilden pädagogische Fachkräfte weiter und stärken sie darin, extremistische Botschaften im Gaming-Bereich zu erkennen und diesen entschieden entgegen zu treten.“

Die extremistische Einflussnahme findet sich insbesondere in der Instrumentalisierung von in-game Content, den Spielende frei gestalten können, und auf diversen Chat- und Kommunikationsplattformen. Das Präventionsprojekt „Learn.Play.Prevent.“ bietet praxisnahe, interaktive Workshops und Trainingsmodule, die kostenlos bei Modus – Zentrum für angewandte Deradikalisierungsforschung GmbH absolviert werden können. In drei Modulen lernen die Teilnehmenden, sich in Gaming-Räumen zu bewegen, dabei Radikalisierungsdynamiken zu erkennen und zum Schutz der Kinder und Jugendlichen beizutragen. Das Angebot richtet sich an pädagogische Fachkräfte und Mitarbeitende der schulischen und außerschulischen Jugendsozialarbeit, der Präventionsarbeit, ebenso an Fachpersonal aus Medienaufsicht und Nutzerschutz.
Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden sich unter learn-play-prevent-gaming.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales vom 09.04.2026

Redaktion: Lena Gabert